Freitag, 2. Dezember 2022

andersamen

andersamen sind 2 Pastorinnen. 2 die zusammen verheiratet sind und ein Kind haben. 2 Lesbische Pastorinnen. Ich bin zufällig vor einem Jahr auf ihren YouTube Kanal gestoßen. Grund war eine Folge in der sie über ein trans Kind berichtet haben. Diesen fand ich so wohltuend anders als all die anderen, die ich davor gesehen habe. Ich sah, das es noch mehr Folgen mit den beiden gab und sah sie mir nach und nach an. Jede Woche kam eine neue. Ich schaute und schaute und blieb ihnen bis heute treu. Meine ehemalige Therapeutin würde mich jetzt fragen, warum ich ihnen folge, wo ich doch gar nicht mehr in der Kirche bin. Muss ich das sein, würde ich antworten. Und  als nächstes würde sie fragen, wo sie doch gar nicht an Gott glauben. Jetzt wird es schwierig für mich eine Antwort zu finden. Es liegt wohl an den beiden selber, wie sie sind, wie sie sich und ihre Welt zeigen. Der Grund damals auszutreten war die Kirchensteuer. Später hatte ich Probleme mit dem Bodenpersonal. Zu viele Lügen, Fake News usw. Die beiden haben mich irgendwie eingefangen, ich fühlte mich wohl, freute mich auf jede neue Folge mit Ihnen. Zumindest online gehöre ich irgendwie wieder zu einer Gemeinde. Zu Ihrer. Egal von wo sie demnächst erzählen, wo sie sich aufhalten.


Das größte Abenteuer ihres Lebens In dieser Folge erzählen sie uns, das sie Eime verlassen und auf Weltreise gehen wollen. Erst war ich sprachlos, später fielen mir diese Verse ein:


Ein Jahr habe ich euch begleitet
Ein Jahr habt ihr mir viel Freude bereitet
Nun wollt ihr in die Ferne gehen
Wir werden uns auch weiter sehen
Mit eurer Nachricht habt ihr uns alle überrascht
Steffi hat doch bestimmt ganz viel genascht
Wir bleiben auch in Zukunft eure Himmelskinder
Gefunden habe ich euch ohne Tinder



#andersamen #kirche #lesbisch #lesben #pastorinnen #queerekirche #queer #divers  #trans #transkid

Die falsche Geburt

Jeder Trans Mensch fragt sich doch früher oder später

Warum?
Warum komme ich im falschen Körper auf die Welt?

Erklärungen gibt es viele. Die eine aber nicht, was bedeutet, dass es niemand wirklich erklären kann.

Ich habe eine eigene Erklärung und versuche daraus eine Geschichte zu machen. 

Es war mal irgendwo ein Mädchen, das wartete darauf in die Welt hinein geboren zu werden.



Irgendwo sind alle unter dem Dach von Petrus versammelt und warten darauf auf die Welt zu kommen..



Es ist wieder Spielenachmittag. Einige spielen Mensch ärgere dich nicht, andere mit Karten. In dieser Gruppe sitzt wie oft auch Alexa. Sie spielen Rommee. Stundenlang. Wie so oft kann Alexa manches Spiel für sich entscheiden. So auch jetzt wieder. Sie hat nur noch wenige Karten in der Hand. Plötzlich spürt sie eine Hand auf ihrer rechten Schulter.  Aua, schreit sie laut. Vorsicht, junges Mädchen schallt es in ihr Ohr. Die Gestalt geht weiter. Das Spiel geht weiter. Ihre Nachbarin, rechts neben ihr flüstert ihr etwas zu. Da es gerade etwas laut zugeht, versteht sie kaum ein Wort. 
Ein Gong ertönt. Ende der Spielzeit. Alle stehen auf, es wird erst recht laut. Alexa steht auf, nimmt ihre Tasche und geht zum Ausgang. Ihre Spielnachbarin folgt ihr sofort.  Da wärst du ja beinahe erwischt worden. Du musst besser aufpassen, Mensch. Du weißt doch was dich als Strafe erwartet. Ach was, ich pass schon auf, erwidere ich. Zusammen gehen wir zum Speisesaal, der sich langsam zu füllen beginnt. Am Buffet hole ich mir was zu essen und trinken. Mit Marie quatsche ich dabei die ganze Zeit, so das sich bald einige von anderen Tischen über uns beschweren. Bald darauf kommt auch schon die Aufsicht. Sie stellen sich zu uns an Tisch und sagen  natürlich, ihr beide wieder. Euer Strafbuch wird wieder gefüllt. Stille herrscht um uns herum. Jeder von uns weiß, was das heißt. Wer zu viel drin stehen hat, muss zu Petrus. Oh je, unsere Chancen für diesen Besuch werden immer größer sage ich leise zu Marie. Vor Schreck hält sie ihre Hände vors Gesicht. Wir stehen auf, bringen unser Geschirr weg und gehen auf unser Zimmer. Wir schnappen uns was zu lesen und legen uns auf unsere Betten. Um 22 Uhr geht von alleine das Licht aus. Ich lege das Buch zur Seite und schlafe schnell ein. 
Die nächsten Tage verhalte ich mich ruhig. Bloß nicht auffallen lautet die Devise. 
Aber ich kann nun mal nich aus meiner Haut und falle bald wieder auf. Ich werde ins Büro der Aufsicht gerufen.

Alexa, so kann das mit dir nicht weitergehen, darf ich mir anhören.
Das nimmt kein gutes Ende, glaube mir. Bla bla bla denke ich.. höre stillschweigend zu und gelobe Besserung.

Still ziehe ich mich zurück und laufe nach draußen.
Die Sonne scheint aber mir ist trotzdem kalt.
Ich suche mir eine Bank und setze mich.
Ich schließe die Augen und lehne mich zurück. Die Sonne scheint mir direkt ins Gesicht.
Plötzlich setzt sich jemand neben mir.

Wo warst du, fragt sie mich?

Menno Marie, beinahe hättest du mich erschreckt.
Sorry Alexa 
Wie war das Gespräch?
Frach nich, frach bloß nich

Sie nimmt mich in ihre Arme und drückt mich. Es fühlt sich schön an. 

Als es Zeit wird, gehen wir zum Essen.

Die Tage plätschern so dahin. Brav bleiben gelingt mir nicht immer, auch wenn ich mir große Mühe gebe. 

Und so kommt, was kommen muss.

Es ist Nachmittag. Alexa und Marie sind beim Spielen. 

Ich bin wieder beim Karten spielen dabei. Ich kann es nich lassen, meine Augen wandern hin und her. Ich sehe wie Marie versucht mir Zeichen zu geben, es zu lassen. Aber ich ignoriere sie. Leider. Und ich mache weiter, versuche aus den Augenwinkeln in die Karten meiner Sitznachbarn zu schauen. Marie sieht nur eine Möglichkeit. Sie stößt so gegen den Tisch, das alle liegenden Karten runterfallen oder so durcheinander liegen, das ein weiter spielen unmöglich macht. Alle beschweren sich laut, was die Aufsicht auf den Plan ruft. 

Was ist hier los?
Wir unisono  Nix, alles gut

Sie schaut sich um

Alexa und Marie, natürlich seid ihr dabei. Ihr bekommt beide eine Verwarnung!!! Und zur Strafe geht ihr ohne Abendessen ins Bett. Abmarsch!! 

Menno!!  Ich hab doch gar nichts gemacht, antworte ich.

Schmollend steh ich auf und geh auf mein Zimmer. Natürlich nicht ohne sie zu zu knallen.
Ich schmeiße mich auf mein Bett. Schlaf finde ich nicht in dieser Nacht. Auch nicht in den nächsten Nächten. 

Am nächsten Morgen werde ich nochmal über die Verwarnung informiert und das es die letzte ist. Heißt, ich darf mir wirklich nichts mehr zu Schulden kommen 

Die nächsten Tage verlaufen ruhig. Alexa verbringt sie bei schönem Wetter draußen im Park auf ihrer Lieblingsbank mit Blick auf einem See. Mal lesend, mal zusammen mit ihrer Freundin Marie. 

2 Wochen später sind beide in der Aula, die voll ist. Kaum ein freier Platz. Marie geht vorweg und sichert ihnen noch Plätze.

Da haben wir ja noch mal Glück gehabt Marie 

Vorsicht Alexa, ruft Marie plötzlich da kommen welche mit Getränken. Aber da war es schon passiert. Alexa stößt mit ihnen zusammen und die Getränke verteilen sich auf die Umstehenden. Alles schreit auf und beschimpfen Alexa.

Seit ihr Bekloppt, wird sie laut und lauter, könnt ihr Trottel nich aufpassen?

Marie verdreht die Augen, legt ihren Finger auf den Mund in der Hoffnung das Alexa sie sieht und leiser wird. Sie sieht die Aufsicht aufhorchen. Alexa, pass auf, ruft sie ihrer Freundin zu aber die hört sie nicht.

Als sie von zwei bedrängt wird, beschimpft sie sie und schubst mit aller Kraft, das einer von beiden nach hinten in die Sitze fällt, genau auf die sich gerade hinsetzen, die jetzt auch laut auf schreit. 

Von hinten kommt die Aufsicht und

Natürlich, Alexa, wer sonst. Ich denke das wars, du gehst sofort auf dein Zimmer und morgen hast du eine Verabredung mit Petrus.

Nein, ruft Alexa und fängt dabei an zu schluchzen.  Um sich schlagend läuft sie wech. Marie hinter her. Als sie sie einholt fallen sie sich in die Arme und weinen beide. Sie wissen, sie werden sich nie mehr sehen. Die Nacht verbringen sie gemeinsam in Maries Bett.

Am nächsten Morgen, Marie schläft noch. Alexa steht vorsichtig auf, zieht sich an und verlässt leise ihr Zimmer. Bevor sie durch die Tür geht, dreht sie sich noch mal um  und sagt ganz leise 

Mach es gut und vor allem besser als ich. Ich hab dich lieb. 

Sie geht zu einem kleinen Aufenthaltsraum, setzt sich ans Fenster 

Das wars. Mein Strafbuch ist voll. Die letzte Verwarnung hat nichts genützt. 

10 Minuten später wird sie abgeholt und zu Petrus gebracht. Sie betreten sein Zimmer. Er hat sie bereits erwartet. Nervös und ängstlich bleibt sie vor ihm stehen.

Alexa, Alexa, beginnt er..
Haben wir dich nicht oft genug verwarnt? Dir die Folgen erklärt?

Leise antworte ich Ja, Petrus 

Und warum hörst du dann nicht? Du weißt, was jetzt passiert?

Leise.. Ja, Petrus 

Damit ist mein Schicksal besiegelt. Petrus beauftragt die beiden Männer, mich weg zu bringen und ES zu tun. 

Die beiden bringen mich zu diesem einen Raum. Ich werde auf einer Liege angeschnallt.  Einer der beiden holt aus einem Schrank eine Spritze und eine Flasche mit Flüssigkeit. Er öffnet die Flasche und zieht mit der Spritze die Flüssigkeit raus. Das Narkosemittel. Ich schreie so laut ich kann. Der Mann tritt an meine Seite, macht den linken Arm frei und pikst die Spritze in meinen Oberarm. Ich schreie weiter. Es nützt nix. Das Narkosemittel ist in meinem Körper...  
Ich schlafe ein und ....

Oberhausen, Krankenhaus, Kreißsaal 

Hebamme 
Sie haben es geschafft, Frau Müller,
Sie holt das Neugeborene heraus, bindet die Nabelschnur ab und legt das Baby in die Arme der Mutter. Glückwunsch, es ist ein Junge.

 

ENDE

Samstag, 26. November 2022

Schreibblockade

 


Das Schreiben fällt mir gerade schwer
Tun würde ich es gerne mehr
Gedanken bringen zu Papier
Schreiben tue ich nicht nur hier
Ich mache es sonst jeden Tag 
Einfach, weil ich es mag 
Meine Gedanken sind am kreisen
Sind viel am reisen 
Daher fällt mir Schreiben schwer
Mir fehlt es sehr

Mittwoch, 16. November 2022

Lesen

Neues Gedicht :)


ich war schon immer eine Leseratte
lese aber nie auf einer Matte


lese schon seit vielen Jahren
bin oft zur Bücherhalle gefahren


die auswahl war immer recht groß
das fand ich ziemlich famos


nun lese ich digital
ein volles regal, das war einmal

Montag, 24. Oktober 2022

Hormonwerte

Habe meine Blutwerte testen lassen, wie jedes Jahr seit 2016. Immer war alles in Ordnung. Immer?? Nein, dieses mal war alles anders....


Hormone sind mir abhanden gekommen 
Wer hat sie mir bloß genommen 

Hormone habe ich verloren
Ach wäre ich doch mit ihnen geboren 

Meine Werte sind gesunken
Ohne sie fühl ich mich wie betrunken 

Werte sind niedriger geworden 
Sie kommen sonst immer in Horden 

Bald werden sie wieder steigen
Das werde ich nicht nur mir zeigen


#HRT #Hormone #Hormonwerte #Trans #Transgender #Transfrau #Gedichte #Lyrik #Reime

Sonntag, 16. Oktober 2022

2. geschlechtsangleichende Operation

Nun kommt auch bald wieder der Jahrestag meiner 2. geschlechtsangleichenden Operation.  Die Zeit vergeht so schnell, es war doch erst gestern als ich im Krankenhaus war. Der Ablauf war im Vergleich zur ersten etwas anders. Ich brauchte erst am OP Tag im Krankenhaus sein. Musste wieder mit leerem Magen ankommen. Heißt, am Vortag (ein Montag) noch so viel wie möglich essen und trinken. Ich packte also am Vortag meine Taschen. Auch dieses Mal war mir nicht klar, wie lange ich da bleiben werde. Wieder ging es mit der Bahn und Bus zum Krankenhaus. Den Weg kannte ich ja zum Glück bereits. Ich war pünktlich und fand auch das Wartezimmer vor dem OP Saal. Nun begann das Warten. Warten, warten, warten!!! Es passierte NIX!! Keiner kam um mich abzuholen. Gegen Mittag bekam ich sozusagen frei. Konnte erst mal raus aus dem Wartezimmer und mich draußen bewegen. Ich schaute mich auf dem Gelände um. Zurück im Wartezimmer kam die nächste Ansage. Entweder geht es bald los oder ich darf schon mal in mein Zimmer. Oh jee!! Den ganzen Tag war ich jetzt ohne Essen. Wird mir wieder passieren, was beim ersten Mal passiert ist?? Das ich erbrechen muss, wenn das Abendbrot gebracht wird?? Gegen ?? 14 Uhr kam dann die Erlösung, ich wurde aufgerufen. Es ging endlich los. Ich durfte mich ausziehen, die Sachen alle verstauen, wurden nach oben in mein Zimmer gebracht. Dann ging es in den OP Vorraum. Ich wurde wieder verkabelt, bekam einen Zugang am Arm. Dieses Mal funktionierten alle Geräte einwandfrei. Und auch die Narkose funktionierte wie beim ersten Mal. Nach dem ich sie erhalten hatte, lag ich auch schon wieder im Aufwachraum. Ich hatte wieder nichts mitbekommen. Die Schwester kam, sah das ich wach war, fragte ob alles in Ordnung war, ich bejahte, sie ging wieder. Ich war anscheinend sehr müde. Ich schlief wieder ein. Als ich wieder aufwachte, war es draußen dunkel. Wieder kam die Schwester. "Na ausgeschlafen?", fragte sie mich. Sie rief einen Pfleger, der mich nach oben auf mein Zimmer brachte. Es war das gleiche wie beim ersten Mal. Meine Sachen waren bereits da. Abendbrot kam auch bald, was leichtes. Dieses Mal ging alles gut. Kein Erbrechen. Am nächsten Tag, es war der erste Feiertag in Hamburg an einem 31. Oktober, kam am Vormittag die Visite. Es sah alles gut aus. Keine Komplikationen bei der OP. Alles normal. :) Und schon war ich wieder alleine. An diesem Feiertag gab es zum ersten Mal freien Eintritt in die Museen, die in Hamburg mitmachen (wollten). Tja und ich wollte auch mit machen. In die Kunsthalle gehen. Stattdessen lag ich im Krankenhaus. Da ich nich liegen bleiben musste, bewegte ich mich im Krankenhaus bzw. auf dem Gelände. So ging der Tag rum. Am nächsten Morgen, nach der Visite, hieß es (für mich plötzlich), das ich nach Hause gehen kann. Ich rief meinen Vater an, der mich mit dem Auto abholen wollte. Die Papiere wurden fertig gemacht, ich packte alle meine Sachen zusammen, schaute noch mal nach, damit ich auch nichts vergesse, verabschiedete mich von den Krankenschwestern und Pflegern und verließ das Krankenhaus. Mein Vater kam zum Glück recht schnell. Zu Hause legte ich mich erstmal wieder hin. Tasche blieb unausgepackt auf dem Boden liegen. 

Im Nachhinein hätte ich gefühlt auch bereits abends nach der OP nach Hause fahren können und zwei Tage später zur Kontrolle noch  mal hinfahren können. :)  


Auch wenn sich das vielleicht für manche komisch anhört, für mich waren beide Operationen ein Kinderspiel. Und sie waren richtig. 

Es hat sich mir nie die Frage gestellt ob ich die OP möchte oder lieber doch nicht, da es keine leichte ist, das Ganze nicht rückgängig zu machen ist. Es ging mir nur um das Wann, nie um das Ja oder Nein. Es war für mich das Richtige. 


Lest auch über meine 2 Wochen im Krankenhaus, ein Bericht über die erste GaOP :)



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Samstag, 15. Oktober 2022

Ankommen

 


Endlich ankommen ist mein Ziel
Das bedeutet mir viel

Hab zu wenig getan um mich zu finden 
Musste mich oft überwinden

Zuviel anderes ist passiert 
Meine Suche wurde einkassiert 

Bin unterwegs verloren gegangen 
Muss wieder von vorne anfangen



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andersamen

andersamen sind 2 Pastorinnen. 2 die zusammen verheiratet sind und ein Kind haben. 2 Lesbische Pastorinnen. Ich bin zufällig vor einem Jahr ...