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Freitag, 8. November 2024

Meine Depressionen

Vor 15 Jahren am 10. November sprang Robert Enke vor einen Zug und nahm sich so das Leben.

Ich hatte damals so gut wie keine Ahnung was Depressionen bedeuten. Geschweige davon gehört. Oder das sowas in mir schlummert. 3 Jahre später brachen sie aus. Ich war dreimal zu Gast in einer Tagesklinik. Dazu war ich zweimal im Krankenhaus wegen eines Bandscheibenvorfalls. Das ich an wiederkehrenden Depressionen leide, bzw  was das bedeutet, habe ich erst später verstanden. Möglicherweise hatte ich sie schon in meiner Jugend. Ohne es zu wissen. So etwas gab es damals nicht. Vor 10 Jahren gab es mehrere Suizide in einer Woche. Die Berichte in den Medien habe ich ignoriert. Wollte ich nicht lesen.
Ich hatte damals einen für mich komischen Vorfall. Ich war im Hafen unterwegs und ging die Treppen vom Dockland rauf. Da hörte ich plötzlich Stimmen, die riefen   spring    spring   immer wieder. Ich sprang nich. Stattdessen drehte ich mich um und machte mich so schnell es ging auf den Weg nach hause. Verkroch mich in mein Bett. Und bekam Panik, weil ich im 6. Stock wohne. Meinen Balkon betrat ich erstmal nicht. Erst Wochen später wieder.
In den sozialen Medien las ich von einem Uwe Hauck, der aus der Klapse twitterte. Das ganze erschien später als Buch. Beim lesen stellte ich einige parallelen fest. Ich las von Trans Menschen, die Suizid beginnen. Immer mehr wusste ich, dass will ich nicht. Weil alles umsonst wäre, was ich bis dahin geschafft habe. Ob vor der OP oder danach. Erst recht danach.
Ich habe eine Verhaltenstherapie gemacht. Inzwischen habe ich gelernt mit meiner Depression zurecht zu kommen. Mit Stimmungswechsel, Schwankungen oder kleineren Tiefs kann ich umgehen. Meist geh ich dann raus, spazieren. Stand heute habe ich es geschafft, weit entfernt von einer Depressionsphase zu sein. Darauf bin ich stolz. 


#Robertenke #Enke #Suizid #Selbstmord #Depressionen #notjustsad 

Freitag, 4. August 2023

Die Ambulanz

Nach fast 9 Monaten war es soweit. In dieser Woche hatte ich mein Eerstgespräch in der Ambulanz, in der ich auch meine erste Therapie gemacht habe.

Ob es eine wird, wie lange usw., das werden die nächsten Wochen zeigen


Am Mittwoch habe ich folgenden Text dazu geschrieben:



Da saß ich nun, im Wartezimmer der Ambulanz 

Ein Ort, den ich eigentlich nur als Besucherin wiedersehen wollte. 

Was ist passiert?
Warum sitze ich hier wieder ?

Ca 3 Jahre ist es jetzt her, das ich 1 in der Woche her kam.

Es hat sich nicht viel geändert. Auch nich, das die Tür nich aufgeht, obwohl man drückt 

Eigentlich wollte ich als Patientin nicht wieder kommen. Aber das sagen wohl viele Patienten

Falsch gedacht 

Vor ungefähr vor einem Jahr habe ich um einen Platz beworben, war zu einem Vorgespräch hier und nun geht es los.

Meine zweite Therapie 

Ich weiß nich ob sie mir hilft geschweige denn wie.

Ich lasse mich überraschen

Auch vor 5 Jahren saß ich hier und wartete, wusste nicht, was auf mich zukommt. 

Wird mir die Therapie wieder helfen?
Werde ich mit der neuen Therapeutin zusammen arbeiten können?

7Ich darf sie nicht mit Frau Simon vergleichen, denn dann könnte es schief gehen.

Auch damals wusste ich nicht was auf mich zu kommt 

Zur Ambulanz bin ich durch Zufall gekommen

Durch meine Kontrollbesuche im Uke, habe bei der dortigen Abteilung nach einem Therapie Platz gefragt und habe den Tipp mit der Ambulanz bekommen, weil bei ihnen nichts frei war. Damals brauchte ich nur drei Monate warten, heute dreimal drei. 

Damals durfte ich noch zur Uni am Dammtor fahren. Heute ist sie im ADAC Haus in Hammerbrook

Ich bin immer nach der Arbeit hin gefahren. Es hat ne ganze Zeit gedauert, bis wir einen festen Termin, Montag 14 Uhr, gefunden hatten. 

Wann wird es wohl heute sein?

Ich musste mich erst dran gewöhnen, viele Fragen die ich beantworten musste, erzählen, wie es mir ergangen ist, sogar Hausaufgaben bekam ich mit. Ich bekam Rüstzeug mit um mit schlechten Phasen umzugehen.

Es war harte Arbeit aber es hat sich gelohnt. Am Ende war ich austherapiert, Medikamentenfrei. Sogar für asp hatte ich keinen Bedarf mehr.

Wie wird es dieses Mal werden?

Nich lange und eine sympathische Frau holt mich ab......

Es geht los ...

Freitag, 30. Juni 2023

2 Jahre ASP

Ambulante Sozialpsychiatrie (ASP)



Seit 6 Jahre weiß ich jetzt, das ich Depressionen habe. Wie lange insgesamt? Keine Ahnung, vielleicht 10? 15? oder auch 20 Jahre. Alles möglich. Auf jeden Fall verschwindet sie nicht von heute auf morgen wieder. Aber das wusste ich damals alles noch nicht. Hatte keine Ahnung was das genau ist. Die Depression. Seit diesen 6 Jahren war ich 3 mal in einer Tagesklinik. Immer in der gleichen. Was im Nachhinein ein Fehler war. Weil mir nicht geholfen wurde. Bin halt ein spezialgelagerter Sonderfall. 

2017 ging ich mit einer Mitpatientin von meinem ersten Klinikaufenthalt, zu einem Vortrag über Depressionen. Er fand in einem Sozialtreff statt. Liane ging da schon eine ganze Weile hin. Ich dachte immer, das ist nix für mich, weil alle Veranstaltungen, die sie besuchte, tagsüber während meiner Arbeitszeit stattfanden. Der Vortrag war gut besucht, ich saß mit anderen ganz hinten auf einer bequemen Couch. Schade, das ich bei mir keinen Platz dafür habe. 😅 Ein paar Tage später lud Liane mich ein, mit zum Frühstück zu kommen. Da ich noch krank geschrieben war, ging ich mit. Es gefiel mir und ich ging auch die nächsten Male mit (immer Montags). Neben mir saß jedes mal eine sympathische Frau. Sie kam immer später und setzte sich auf den freien Platz neben mir. Nach dem zweiten oder dritten Male fragte mich Liane ob ich nicht mal mit jemand vom Sozialtreff reden möchte. Nach einigem Überlegen sagte ich zu. Sie sprach mit ihrer Betreuerin und wollte für mich einen Termin machen. Leider klappte es nicht sofort und es dauerte ein wenig. Als es soweit sein sollte, konnte ihre Betreuerin nicht. Ich sollte stattdessen mit jemand anders reden. Ich wollte aber nicht mit dieser Person sprechen. Plötzlich kam von rechts die Dame, die immer beim Frühstück neben mir saß herein und ohne das ich es eigentlich wusste ob sie überhaupt da gearbeitet hat, zeigte ich auf diese Dame und sagte laut. "Die will ich". 😅 Das hat sie wohl gehört und blieb stehen. Lianes Betreuerin fragte sie ob sie mit mir sprechen möchte. Sie hatte Zeit und wir zogen uns in einen kleinen Raum zurück. Frau Heinecke informierte mich erst mal wo ich mich befinde und was hier alles statt findet und was ASP bedeutet. Ich erzählte ihr dann von mir und meinen Belastungen. Dann kam natürlich irgendwann die Frage ob ich ASP machen möchte. Nach einiger Überlegung habe ich ja gesagt. Wir haben dann zusammen alles nötige erledigt (Anträge ausfüllen).Ich durfte mir auch Ziele aussuchen, was ich machen möchte, erreichen möchte usw. 

Seitdem sehen wir uns fast jede Woche, reden viel und lange. Was mich bedrückt und belastet aber auch viele ganz andere Dinge, die mit meiner Krankheit gar nix zu tun haben. Wir haben auch mal Stress mit einander. Dann wäscht sie mir den Kopf, weil ich (wieder) Mist gebaut habe. Aber das ist auf jeden Fall richtig. Und muss sein. Ich kann ihr alles erzählen. Über alles reden. Was für mich ganz wichtig ist. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man sich auf jeden Fall einen anderen dafür suchen. 

Es war Glück! das ich mitgegangen bin. Es war Glück! das ich die richtige Wahl getroffen habe. 

Nun sind 2 Jahre vergangen und ich bin auf jeden Fall weiter als damals. Vieles habe ich alleine geschafft. Bei vielem hat mich meine Betreuerin auf den richtigen Weg gebracht. Den Anstoß gegeben.

Keiner von uns weiß natürlich wie die Zukunft wird aber Stand jetzt, möchte ich mit keiner anderen zusammen arbeiten als mit meiner jetzigen Betreuerin. 



Gruppenangebot an dem ich regelmäßig teilnehme:



In der Schreib- und Literaturgruppe unterhalten wir uns über Bücher, die sie grade lesen. Gerne können Ideen und Kritiken zu den literarischen Werken und auch zu Ihren Eigenkreationen in unsere wöchentlich stattfindenden Gruppe erörtert werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Ihre Eigenkreationen in der hausinternen "B+S Nachrichten" Zeitung zu veröffentlichen. Angedacht sind kleine Gedichte oder Geschichten die Sie erlebt haben oder sich ausgedacht haben. Wir treffen uns jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr.



B+S Soziale Dienste Hamburg



#asp #ambulantesozialepsychiatrie #bssozialedienste #Hamburg #Depressionen 

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Depression

 



Depression 

Nun gut, ich werd mit dir leben
Was wirst du mir dafür geben..

Ich will dich nich hassen
Hätt dich gerne verlassen

Möcht ungern wieder Tabletten nehmen 
Meiner Tränen brauch ich mich nich zu schämen

Darfst gerne jederzeit wieder gehen
Will dich nich mehr sehen

Wollt ohne dich leben
Stattdessen bleibst du an mir kleben



#gedichte #notjustsad #lyrik #depressionen #depression #wiederkehrendedepression 

Freitag, 2. September 2022

Depression


Nun bist Du wieder da
Stehst vor der Tür und rufst: Na?

Eine Situation, die du nie wolltest 
Ankommen war das, was du solltest 

Du fragst dich, was nun?
Deine Gedanken drehen sich ums was tun? 

In eine Spirale bist du gefallen 
Bis ganz nach unten könntest du prallen

Ganz unten wolltest du nie landen
Die Waffen sie los zu werden, kam dir abhanden. 

Der Kampf geht wieder von vorne los
Wie schaffst du das bloß?



#Gedichte #Lyrik #Depression #notjustsad #ausderklapse

Montag, 20. Dezember 2021

Trockene Depressive

Heute Nachmittag bin ich auf Twitter auf einen Podcast aufmerksam geworden - Spinnst Du? Der Podcast einer Radiomoderatorin von Radio eins. 2 Staffeln a 5 Folgen (je ca 30 Minuten). Hier könnt ihr Euch die Folgen anhören:   Podcast


Spinnst Du?

Ein Podcast von Sonja Koppitz, die in ihren Reportagen auch von ihre eigenen Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen berichtet. Sie begibt sich für eine Woche in die Psychiatrie und zeigt Wege raus aus der Klinik, zurück in den Alltag.


Was ich dann heute nachmittag bis zum Abend auch gemacht habe. Ich habe mir alle 10 Folgen angehört. Ich finde ihn auf jeden Fall informativ. Man kann ihn mit guten Gewissen anhören. Bekommt jede Menge Informationen. Sona Koppitz gehört selbst zu den Depressiven und bekam während der Arbeiten an der 2. Staffel eine weitere Phase. Am Ende der letzten Folge erzählte ihre Kollegin Britta, auch eine Betroffene, das sie sich als "Trockene Depressive" bezeichnet. Den Begriff hatte ich noch nie gehört. Er gefällt mir. Als ich danach gegoogelt habe, fand ich:  Das unperfekte Handbuch für trockene Depressive und diese Erklärung


..was ist "trocken depressiv" ?
Unter dem Begriff "trocken depressiv", der auf alle Fälle kein allgemeingültiger Ausdruck ist, verstehe ich den Zustand einer Person, die zwar an Depressionen leidet, diese aber im Moment nicht akut alltags- oder sogar lebensbedrohlich sind. Idealerweise ist so eine Person bereits in psychotherapeutischer Behandlung bzw. hat solch eine Behandlung bereits hinter sich, ist vielleicht auch medikamentös eingestellt.
Unter einer Depression leidet man sein Leben lang. Wie ein trockener Alkoholiker muss man als Depressive/r immer aufpassen, dass einen seine Krankheit nicht wieder in den Griff bekommt. Daher auch der Begriff  -  der allerdings NICHTS mit Alkoholsucht bzw. überwundener Alkoholsucht zu tun hat!



Dem kann ich gut zustimmen. Ich habe bisher immer für mich gesagt, ich möchte so gesund wie möglich werden, da ich an eine 100% Gesundheit nicht glaube. 

In Zukunft werde ich mich auch als "Trockene Depressive" bezeichnen. :)  Gefällt mir.




#Depression #TrockeneDepressive #Depression #Depressionen #Podcast #RadioEins #SonjaKoppitz 

Freitag, 3. Dezember 2021

Inklusionsveranstaltung ASP

Vor ca. 2 Wochen wurde ich von meiner Betreuerin gefragt ob ich an einer Inklusionsveranstaltung teilnehmen möchte und etwas über bzw. meine ASP zu sprechen. Ich musste nicht lange überlegen und sagte zu. Über Umwege bekam die Moderatorin Frau Reichert meine Telefonnummer. Sie rief mich an und wir sprachen eine ganze Weile darüber. Ich freute mich und wollte unbedingt dabei sein.

Freitag kam eine Mail mit dem Zugangslink. Die Veranstaltung findet online und per Zoom statt.


Assistenz zur Sozialen Teilhabe

Wie können Erfahrene seelischer Erkrankungen oder Krisen diese Leistung der Eingliederungshilfe nutzen?

 

Wie Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen Assistenzleistungen zur Sozialen Teilhabe gestalten, steht im Fokus dieser digitalen Veranstaltung im Rahmen der Zeit für Inklusion 2021.
Erfahrene vermitteln einen Einblick in verschiedene Assistenzformen wie Ambulante Sozialpsychiatrie und Assistenz im Persönlichen Budget. Wie genau kann die Unterstützung aussehen? Welche Wirkungen berichten die Nutzer:innen? Werden sie in ihrer Selbstbestimmung und Teilhabe gestärkt?

Menschen mit Teilhabe Einschränkungen, Angehörige und Fachkräfte sind herzlich eingeladen – zum Zuhören und Mitdiskutieren.


Gastgeberin ist die Arbeitsgemeinschaft Spina bifida und Hydrocephalus Hamburg e.V. in Zusammenarbeit mit den Ergänzenden unabhängigen Teilhabe Beratungsstellen.

Dienstag, 30. 11. 2021, 18.00 bis 19:30 Uhr




Die Buchstaben "ASP" bedeuten Ambulante Sozialpsychiatrie. Seitdem ich ASP mache, habe ich meine Schwierigkeiten, was die Buchstaben heißen. Besonders der dritte, das P machte mir Schwierigkeiten. Ich konnte mir das nie merken. Ich landete immer bei Psychologie. Wahrscheinlich, weil es für mich einfach besser passt als Psychiatrie. 


Dienstag, 30.11.21. Rechtzeitig saß ich an meinem PC und wählte mich über den Zugangslink ein. Es dauerte ein wenig, bis sich der Raum öffnete. Das Bild hing. Ich schloss alles wieder und begann von vorne. Nun funktionierte es. :) Anwesend waren Mitarbeiterinnen der Hamburger Teilhabe Beratung, diverse Interessierte und außer mir noch 2, die ihre Assistenzleistung vorstellen. Frau Reichert, die Moderatorin erzählt, worum es in dieser Veranstaltung geht. Es geht um Assistenzleistungen, welche gibt es, wie kann man sie in Anspruch nehmen. Zuerst erzählt Marcelle von ihrer ASP Erfahrung, die sie bei Op de Wisch durchführt. Als Klientin wurde sie dieses Jahr zur Klienten Sprecherin gewählt und schreibt für die Zeitung, die die Einrichtung herausgibt. Man kann an verschiedenen Gruppenangeboten teilnehmen. Außerdem hat man eine Bezugsperson, mit der man sprechen kann und die einem zu Ärzten, Behörden begleitet. Danach bin ich dran. Ich erzähle (im Dialog mit der Moderatorin), wie ich zu B+S Soziale Dienste gekommen bin, das ich vorher von ASP nichts wusste. Weder was das ist noch das es überhaupt gibt. Da ist also noch Luft nach oben bei den Trägern. Ich erzähle von meinen Erfahrungen und das ich seit Beginn 2017 Fortschritte gemacht habe und diese bei mir erkennen kann. Auch das es kein Sparziergang war sondern Arbeit um diese Fortschritte machen zu können. Auch in meiner Begegnungsstätte kann ich verschiedene Gruppenangebote wahrnehmen können. Was ich am Anfang festgestellt hatte, das ich zu einigen Gruppen nach meiner Arbeitszeit gehen kann. Ich kann jedem empfehlen so ein Angebot auszuprobieren. Nach mir kam dann Raja, sie erzählte in Vertretung und als Bezugsperson von H. Raja ist Ansprechpartnerin für H. Sie machen kein ASP wie Marcelle und ich. Das ganze findet im Rahmen eines persönlichen Budgets statt. Beide ergänzen und verstehen sich, was für H. von Vorteil ist als ASP. Es klang für mich, so wie es für die beiden ist. interessant. Ein Modell mit mehreren Nutzern ist es für mich aber nicht, da man sich dann nicht auf eine Person konzentrieren kann und dieses persönliche Verhältnis abhanden kommt.  Die Zeit verging wie im Fluge. Sie dauerte sogar fast eine halbe Stunde länger als geplant. Ich hoffe alle Teilnehmenden konnten etwas für sich mitnehmen.




Links

Unabhängige Teilhabeberatung bei der HGSP
In unserer zentral in der Hamburger Innenstadt gelegenen Beratungsstelle sind Psycholog*innen, Sozialarbeiter*innen, Selbsterfahrene, Peers und Angehörige tätig. Sie beraten Menschen mit allen Arten von Behinderungen, deren Angehörige, Fachkräfte und alle Interessierten.

Hamburgische Gesellschaft für Soziale Psychiatrie



B+S Soziale Dienste


Op de Wisch Hamburg



#TeilhabeBeratung #AssistenzLeistung #Begegnungsstätte #Depressionen #ASP #notjustsad 






Sonntag, 23. August 2020

Lachen mit der Depression Folge 3


Eine Bühne: Eine Person, Ich



Hallo!!!!
Wussten sie schon????
In Zukunft bestimmt man das Geschlecht des Kindes erst, wenn man in das Gehirn des Neugeborenen geschaut hat.
Egal wie es aussieht, was drinne ist entscheidet.
Mädchen oder Junge oder oder oder  wenn Zweifel bestehen über das Geschlecht, wird nichts entschieden, das Kind darf dann selber entscheiden ob es Junge oder Mädchen ist. In der Geburtsurkunde wird das dann so notiert:
Kind entscheidet selber was es ist!!!!
Jetzt wissen sie Bescheid!!!!!

Is kein schönes Gefühl, irgendwann zu merken, das irgendwas mit einem nicht stimmt. Nicht wissen was los ist.


Wussten sie schon, das es zigtausende gibt, die so sind wie ich?
Die einen wissen es gleich, die anderen brauchen länger um es zu merken,das mit ihnen irgendwas nicht stimmt.
Zu diesen gehöre ich auch. Ärgert mich des Öfteren aber dann auch wieder nicht, wenn ich lese, wie es anderen in der Schule ergeht. Da bin ich dann immer ganz froh.
Vor 30 Jahren war aber auch eine ganz andere Zeit. Da wäre ich nicht so locker flockig durchgegangen bis zum Ende. Eher hätten sie mich weggesperrt und den Schlüssel weggeworfen
Aber egal wann, jeder macht seine Erfahrungen, wie im guten und im schlechten.

Haben sie das gewusst?
Wenn man anfängt, muss man einen sogenannten Alltagstest machen aber erst, wenn sie einen guten Therapeuten gefunden haben, der einen begleitet. Und den finden sie mal, von der Wartezeit mal ganz zu schweigen.
Und wenn sie in der Nähe einer Schule wohnen, wie ich, kann man das ganze schon mal vergessen, das wird dann die Hölle, wenn einem jeden Morgen gefühlt Hunderte von Schülern entgegenkommen. Da ist das Gelache erst mal groß. Und wer das nicht aushält, kommt nicht weit mit dem Test.
Oder, der eine wohnte neben seiner Arbeitsstelle, war auch nicht lustig, am Anfang immer aufpassen, das einen niemand sieht von den Kollegen. Nich schön.

Alltagstest heißt das man im selbst gewählten Geschlecht lebt und nicht mehr im falschen. Um so herauszufinden was is man nun? Junge oder Mädchen? Mädchen oder Junge? Oder doch nich? Gibt es auch.

Hat man das überstanden, nach einem Jahr oder länger, bei mir waren 1,5 Jahre, da meine Therapeutin krank wurde, geht es weiter. Man sucht sich einen Endokrinologen, der verschreibt einem die Hormone, die man benötigt. Östrogene und einen Blocker, der das Testosteron verschwinden lässt.

Wussten sie schon, das viele Trans-Menschen Suizid gefährdet sind?
Genau so wie viele Menschen, die an Depressionen erkrankt sind
Und ich gehöre zu beiden Gruppen
Bin ich deshalb doppelt gefährdet?
Das macht das ganze nicht leichter.
Depressionen sind gut behandelbar sagt der eine, die einen werden gesund, die anderen sterben, ein anderer
Ich hasse meine Depris, alle 3 Monate neue Medikamente holen alle 3 Monate neue Marke, alle 3 Monate neu einstellen, das hälste doch im Kopp nich aus, was die da auf unseren Rücken veranstalten.



viele von uns schaffen es nicht, weil sie auf Dauer mit den Diskriminierungen nicht klar kommen und deshalb nur noch diesen einen aber endgültigen Weg wählen.
Wollen will das wohl keiner, ich auch nicht.
Aber die Gesellschaft macht es uns nicht gerade leicht.
Ich hab mir immer gesagt, ich werde nicht zu denjenigen gehören, ich nicht,  ich kämpfe dagegen an.




Dann wurde es Zeit für mich, meinen Vornamen ändern zu lassen. Auf zum Amtsgericht Hamburg. Direkt an den Wallanlagen schön zum Spazieren gehen oder einfach nur da sitzen, runterkommen und genießen. Aber ich war ja für was anderes da. Zimmer suchen und warten. Antrag ausfüllen und fehlendes besorgen und abgeben, das wars, ein paar Wochen später bekam ich Post von einer Gutachterin, die musste bestätigen, das ich keinen Quatsch mache und es ernst meine. 2 Gutachter braucht man. Der zweite hat etwas länger gebraucht mit dem Termin. Halbes Jahr fast. Ich wäre beinahe durchgedreht. Das lange Warten war nix für mich. Ich wollte doch endlich einen neuen Ausweis. Aber auch der Termin war schlussendlich einfach für mich. 4 Wochen später bekam ich Post vom Amtsgericht.
Hurra!!! Der Beschluss war da!!!
Es konnte los gehen mit dem Papiere ändern.


Als ich dann die Hormone lang genug genommen habe, durfte ich mir ein Krankenhaus suchen, in dem ich mich operieren lassen möchte. War ganz einfach hier in Hamburg. Anrufen, anschreiben und Termin für Vorgespräch stand.
Und dann begann ich alles zusammen zu suchen was ich so brauche für den Antrag bei der Krankenkasse für die GaOp!!! Als ich das endlich alles hatte, gab ich es bei meiner Therapeutin ab. Ich dachte, die schickt dann alles zur Krankenkasse mit ihrem Bericht. Mitnichten, hat sie mir aber auch nix von gesagt, ihre  Sprechstundenhilfe durfte alles in die Akten einsortieren und den Rest weg schmeißen. Also alles wieder von vorne. Und dann selber zur Krankenkasse gebracht. Kurz nach Jahresbeginn kam die Genehmigung von der Krankenkasse. Das Jahr fing gut an. :) Nur dann, wieder warten, einen OP Termin bekam ich ganz schnell aber wieder musste ich lange warten. Wieder ein halbes Jahr.
Dann war es endlich soweit, ich durfte zur Mittagszeit zum Krankenhaus fahren. Der OP Termin war gleich am nächsten Tag ganz früh. Als ich im OP Vorraum lag, spielten die Geräte nicht mit. War lustig, die mussten erst mal funktionsfähige Geräte beschaffen, damit es losgehen konnte. Und im OP Saal haben sie bereits auf mich gewartet. Oh man, war schon lustig das ganze. Und dann kam das Narkosemittel in meinen Körper und ich war plötzlich im Aufwachraum. ??? Wie das ? Wie im Kino wenn die Filmrolle gewechselt werden musste.
Ich wurde dann auf mein Zimmer gebracht. Später kam die Schwester und brachte mir Essen.  Ich sah sie und kotzte erst mal alles raus, was im Magen noch so rumlag. Hab ja ganz lange nix gegessen.  Also musste ich gleich aufstehen, damit die sauber machen konnten und die Bettwäsche wechseln.



Ich mach ja jetzt seid 3 Jahren ASP

Mensch!!!! und jetzt erst fällt mir ein, was das ganze  heißt!!!!!!
Alexandra säuft Pernod!!!

Stimmt auffallend!!!!!!!



OH!!!!  Ich glaube meine Zeit is rum, der Regisseur kriegt gerade einen roten Kopf, weil ich so viel schnacke!!!!! Ich muss leider Schluss machen, hat mich gefreut!!!! Bis bald!!! Und Ihnen viel Spaß weiterhin!




Zugabe:



Hier sind doch bestimmt Autofahrer im Raum?


Kennen sie das überflüssigste Verkehrsschild der Welt?

ACHTUNG NEBEL!!!!!!

Warum?

Wenn man es lesen kann, braucht man es ja nicht.

Und wenn es so richtig dick nebelig ist, kann kein Mensch es lesen.

Ergo! Es ist überflüssig!!!!!

Wissen sie was das ist?? Links ein rotes Licht und rechts ein weisses Licht und dazwischen nichts?????

Ein Auto im Dunkeln!!!!


Wussten sie schon, das das Geburtstagskind immer die Schönste ist? Egal wie sie aussieht!

So will es das Geburtstagsgesetz!!

Kennen Sie nich? Sollten sie aber!!

Jetzt wissen sie Bescheid



#notjustsad #Depressionen #lachen  #Humor #transgender #Comedy #Kabarett



Samstag, 22. August 2020

Lachen mit der Depression Folge 2

Sketch

Ich auf einer Bühne


Wisst ihr was ASP heißt?

Ambulante Soziale Psychiatrie


Möchten Sie wissen, wie ich zur ASP gekommen bin?

Nein?

Ich erzähle es Ihnen trotzdem


Uschi hat Schuld!

Ja, wirklich, Uschi


Uschi ist eine Mitpatientin, wir waren in der gleichen Tagesklinik.  Nach dem wir beide raus waren, trafen wir uns mit anderen Patientinnen einmal im Monat. Und irgendwann erzählte sie sei
 bei so einem Sozialtreff.

Und was macht ihr da, frachte ich sie ???

Spielen
Essen
Lesen
Ausflüge

Ich ???  Das hört sich ja toll an! Wie das Paradies


Und wann macht ihr das?


Na, morgens mittags und nachmittags

Ich:   Na toll, das Paradies klappt gerade wieder aus einander.  Immer dann also wenn ich arbeite Super.


Aber irgendwann hatte sie mich doch soweit.  Ich kam mit - zum Essen!

ja wirklich  Essen, der Raum war voller Menschen, vor mir, neben mir  und hinter mir.  der Tisch voll mit Essen.


Ich bin ein paar mal mitgegangen.  Hatte ja Zeit, war mal wieder krank geschrieben.  Dann fragte Uschi mich, ob ich nich ma mit ihrer Betreuerin sprechen wolle!!  Ich schaute komisch aus der Wäsche. Sprechen? Worüber? Mit wem?    Na über deine Probleme

Ich: Na gut, kann es ja ma versuchen

Uschi: Ich spreche mit ihr und sag dir bescheid

Woche später

Uschi:  Wenn Du willst, könnt ihr Freitag sprechen

Ich: Freitag beim Essen?

Uschi: ja

Ich: Okay

Freitag dann,   Wer konnte nich??  Uschis Betreuerin, nächste Woche neuer Versuch
Wieder Freitag, wieder konnte sie nich

Sie frachte mich ob ich mit jemand anders sprechen wolle? 

Ich:  Mit wem

Sie zeigte mir jemand und  ich impulsiv wie ich bin, sofort, wie aus der Pistole geschossen

Ich:  NEIN!!!!!!!


Da geht nebenan die Tür auf und jemand kommt rein. Eine sympathisch aussehende Frau.

Ich wieder impulsiv ohne nachzudenken

Die will ich


Ich mein, das hätt ja auch die Postbotin sein können oder die Putzfrau!!  Oh man, ich wieder

aber alles gutgegangen. Die Frau wurde es dann, meine Betreuerin!!


#notjustsad #Depressionen #lachen  #Humor #transgender #Comedy #Kabarett



Lachen mit der Depression

Sketch

Ich auf der Bühne

Welche  drei Verhalten kennt der Psychotherapeut?

Wissen Sie nicht?

Sag ich ihnen!

Depressives Verhalten - Antidepressives Verhalten - Wissendes Verhalten


Und was versteht der Therapeut darunter?


Sag ich Ihnen

1. Depressives Verhalten

Das ist, wenn man zum Beispiel sagt:

Ich bewerbe mich nicht, die nehmen mich doch nicht

Ich schicke den meine Geschichte nicht, die nehmen sie doch sowieso nicht



2. Antidepressives Verhalten


Ich bewerbe mich

Ich schicke denen meine Geschichte



Na klar, woher sollen die denn auch wissen, das meine Geschichte scheisse ist.
Ich mein, ich  muss denen doch auch die Gelegenheit geben, mich abzulehnen, meine Geschichte nicht zu nehmen

und das ist dann

3. Wissendes Verhalten

Siehste, hab ich doch gesagt, das sie mich nicht nehmen
                                                das sie meine Geschichte nicht nehmen



#kabarett #comedy #lachen ist gesund #notjustsad #depressionen




#notjustsad #depressionen #lachen  #humor #transgender #comedy #kabarett



Operieren oder Nicht Operieren?????

Diese Frage  GaOp ja oder nein stellte sich mir nicht. Ich hab einfach alles gemacht, was ich benötige. Mir ging es um das WANN?   Trotzdem ...