Montag, 14. September 2026

CSD

 

Heute ist in Hamburg der jährliche CSD – Der Abschluß der Pride Week. Vor 50 Jahren fand er das erste Mal statt. In New York. Das Motto dieses Jahr ist Pink.



Nachdem ich meine Einkäufe erledigt habe, entschließe ich mich hinzufahren um mir den Umzug anzuschauen.



Ich ziehe ein pinkes Kleid an, nehme meine Tasche und gehe los. Ab zur U-Bahn und steige Hauptbahnhof Nord wieder aus. Ich verlasse den Bahnhof und schließe mich der Menschenmenge an, die zum CSD geht. Es ist voll und schon laut. Ich gehe die Lange Reihe hoch. Eine bunte Mischung steht und läuft rum. Alt und jung, Mann und Frau. Viele haben Becher mit Getränken oder gleich die Flasche in der Hand. Ganz hinten sieht man schon die ersten Wagen kommen. Ich bleibe stehen, wo ich gerade bin und stelle mich an den Rand. Als der erste Wagen an mir vorbeizieht, wird es laut. Aus den Boxen schallt Musik und junge Menschen tanzen auf dem Wagen. Der nächste folgt, dazwischen Menschen, die im Zug zwischen den Wagen mitgehen. Wagen auf Wagen folgt. Ich schaue in die Menge und gucke mir die Mädels an. Sind schon hübsche dabei. Aber leider zu jung für mich. Die nächsten Wagen, die nächste Musik. Es fliegt immer wieder etwas von den Wagen, z.b. Gummibärchen, Kondome. Mitgehende verteilen Aufkleber. Es macht Spaß zuzugucken und mit zu tanzen. Parteien machen mit. Rewe und u.a. der Otto Versand. Sogar das Arbeitsamt ist dabei. Ein paar HSV Fans gehen auch mit. Plötzlich steht eine Frau vor mir, sagt Hallo und zieht mich in die Menge mit rein. Ich habe keine Wahl, gehe mit und mit ihr und anderen im Zug. Sie läßt mich nicht los, also gehen wir erst mal Hand in Hand. Ich schaue sie mir von der Seite an. Hübsch auf jeden Fall, denke ich mir. Lange blonde Haare und einen kurzen Rock. Wir stellen uns vor. Sie heißt Saskia. Schöner Name. Da es so laut ist durch die Musik, verstehe ich sie kaum. Unsere Hände bleiben zusammen. Ab und zu bleiben die Wagen für ein paar Minuten stehen. Sie sieht auf jeden Fall sympathisch aus. Irgendwie macht das Mitgehen auch Spaß. Wir lächeln uns zu. Ich hole meine Flasche Cola aus der Tasche und wir trinken beide daraus. Nach einem Stillstand geht es jetzt weiter. Wir sind jetzt an der Rückseite des Biberhauses. Wir verlassen den Zug und gehen zur Binnenalster, wo rundum viele Stände sind. Und es ist etwas leiser. Gott sei dank. Oh! Wir gehen ja immer noch Hand in Hand. Was mache ich da? Was passiert mir gerade? An einem Stand holen wir uns was zu Essen und setzen uns ans Wasser. Zum Glück ist am Jungfernstieg gerade was frei geworden. Dabei reden wir, über uns, warum wir hier sind. Wir sind beide Single. Sie ist Anfang 40. Wohnt in der Nähe der U-Bahnhaltestelle Burgstraße. Sie wohnt nicht allzu weit weg von mir. Wir reden über Gott und die Welt. Gehen noch eine Runde um die Binnenalster. Das Wetter ist einfach zu schön. An der Brücke ist eine Bank frei, die wir sofort in Beschlag nehmen. Wir teilen uns den Rest aus meiner Cola-Flasche. Und reden weiter. Über unsere Interessen. Gucken ob Gemeinsamkeiten bestehen. Was durchaus der Fall ist. Da sie bisher nur Bücher liest, zeige ich ihr meinen Tolino. Erkläre ihr die Vorteile des digitalen Lesens. Wir genießen die Sonne und das Wasser der Alster. Anscheinend können wir auch zusammen schweigen ohne das jemand die andere drängt etwas zu sagen. Schön. Es ist spät geworden. Wir gehen zum Hauptbahnhof und steigen in die U-Bahn. Burgstraße steige ich mit aus und wir verabschieden uns herzlich. Aber nicht ohne unsere Handynummern auszutauschen. Dann nehme ich die nächste Bahn nach Hause. Zuhause ziehe ich mich erst mal aus und steige unter die Dusche. Ich mache mir anschließend was zu essen und hole mir eine Cola aus dem Kühlschrank. Radio und Musik an. Es war ein schöner Tag. Gut, das ich zum CSD gegangen bin, denke ich. Ich lege mich glücklich ins Bett.





Sonntagmorgen. Ich wache ausgeschlafen aus. Stehe auf, mache das Radio an und lege mich wieder ins Bett. Schlaf auch noch mal eine Stunde. Ich stehe auf und stelle mich nochmal unter die Dusche. Was fange ich mit dem Rest des Tages an? Erst mal gehe ich zum Bäcker, Brötchen holen und frühstücke in Ruhe. Habe inzwischen eine Nachricht von Saskia bekommen. Sie bedankt sich bei mir für die wundervolle Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Sie möchte mich auf jeden Fall wiedersehen. Ich freue mich sehr darüber und schreibe ihr, das ich sie auch wiedersehen möchte. Wir schreiben uns, was wir gerade lesen. So vergeht der Sonntag. Die Woche vergeht und wir verabreden uns für das nächste Wochenende.


  1. Kapitel



Ich freue mich auf Samstag. Saskia und ich wollen uns in der Hafencity treffen. Treffpunkt ist die U 4 Haltestelle Kreuzfahrtterminal. Oh Gott, was ziehe ich bloß an?? Noch einmal schlafen, habe also noch etwas Zeit um was passendes zu finden. Kann vor Aufregung nicht einschlafen. Erst nach Mitternacht irgendwann. Wache früh auf, schlafe wieder ein. Die gleiche Frage, wie gestern Abend. Was ziehe ich? Welches Kleid? Erstmal irgend eins und runter zum Bäcker, Brötchen holen. Ich frühstücke in Ruhe. Danach erledige ich meine Einkäufe. Danach ausziehen und ab unter die Dusche. Tja und jetzt? „grins“ jetzt muss mir aber langsam was einfallen, was ich anziehen möchte. Ok, ich hole mein weißes Glückskleid aus dem Schrank und einen weißen Slip. Nur mit Slip bekleidet laufe ich durch die Wohnung. Mache meine Haare, schminke mich ein wenig. Als es Zeit wird, ziehe ich das Kleid an und passende Schuhe. Hole meine Handtasche sowie Handy und Schlüssel und gehe zur U-Bahn. Ich fahre bis Jungfernstieg, steige aus und warte auf die nachfolgende U4. Saskia sehe ich nicht. Ich steige in die Bahn ein und fahre eine Station um dort wieder auszusteigen und zum Ausgang mit der Rolltreppe zu fahren. Ich schau mich um, sehe aber keine Saskia. Typisch Frau denke ich, verspätet sich. Eine Bahn später kommt auch sie mit der Rolltreppe raus. Wir umarmen uns zur Begrüßung. Da das Wetter schön ist und nicht allzu windig, spazieren wir zur Elphi. Zurück an den Marco Polo Terrassen setzen wir uns ans Wasser. Quatschen darüber wie unsere Woche war. Über vergangene Partnerinnen. Beide haben wir da einiges durchgemacht. Dabei hakten wir uns ein. Wir redeten und redeten. Da wir gerade in der Nähe waren, zog ich sie zur Bäckerei Dat Backhus. Dort gibt es meine Lieblingsschokolade sagte ich ihr. Die brauche ich jetzt. Und zwar einen großen Becher. Wir gehen rein und zur Theke. Meine Lieblingsverkäuferin ist auch da. Ich bestelle bei ihr 2 große Becher „Weiße Schokolade“ für uns beide, während sie einen Tisch für uns beide am Fenster fand. Und da man auf einem Bein nicht trinken kann, können wir hinterher noch einen Becher gratis bekommen, erkläre ich und zeige ihr ein entsprechendes Schild. Wir prosten uns zu. Ich erzähle ihr von Lesarion, auf der ich seit kurzem angemeldet bin. Von den Besucherinnen meines Profils, die aus den USA kommen. Fake, sagt auch sie. Da sind wir uns einig. Viele gucken nur aber melden sich nicht. Irgendwie schade. So lernt man keine Leute kennen und bleibt alleine. Da unsere Becher inzwischen leer sind, holt Saskia uns zwei neue. Ich zeige ihr Fotos von meinen Bildern an der Wand und sage, das sie die unbedingt mal anschauen muss. Klar, erwidert sie, unbedingt. Wir entschließen uns noch in die Spitalerstraße zu fahren um der Thalia-Buchhandlung einen Besuch abzustatten. Deshalb trinken wir aus und machen uns auf dem Weg zur Bahn und fahren bis Jungfernstieg. Von dort schlendern wir Arm in Arm eingehakt hin. Es ist Gott sei dank nicht so voll. Erst mal decken wir uns mit der neuesten Ausgabe des Kundenmagazins „Stories“ ein. Ich will erst mal zu den Krimis. Und gehe los. Saskia hinter her. Die neuen Maigrets aus dem Kampa Verlag haben sie immer noch nicht vorrätig, sehe ich mit einem Blick. Schade. Muss man wohl bestellen. Sofort kaufen ist hier leider nicht. Saskia schaut während dessen nach historischen Romanen. Wir finden aber beide nichts, was wir sofort kaufen wollen. Und nun? Fragen wir beide gleichzeitig und lachen los. Wir gehen rüber zur Wandelhalle und setzen uns ins Schweinske, um etwas essen und zu trinken. Die Bedienung kommt sofort. Ich nehme, wie immer ein paniertes Schnitzel mit Pommes. Saskia auch. Während wir auf unser Essen warten, quatschen wir weiter über dieses und jenes. Zuerst kommen unsere Getränke. 2 mal Cola bitte. Von unserem Platz kann man die abfahrenden Züge sehen. Da folgt auch schon unser Essen. Wir lassen es uns schmecken. Ich brauche noch ein zweites Glas Cola. Nach dem Essen bezahlen wir und wandeln noch durch die Wandelhalle. Dann geht es zu unserer U-Bahn. Ich steige Burgstraße mit aus und begleite sie nach Hause. Vor ihrer Haustür umarmen wir und verabschieden uns mit einer dicken Umarmung und einem Kuss auf die Wangen. Minutenlang bleiben wir so stehen. Es fällt mir schwer zu gehen. Aber es muss nun mal sein. Ich gebe ihr einen Kuss auf die Wange und Stirn und gehe zurück zur U-Bahn. Ab nach Hause. Es war ein langer Tag. Erschöpft lasse ich mich in mein Sofa fallen. Ich setze mich unbekleidet auf mein Sofa. Ich schreibe Saskia das ich es super schön fand, das ich ko bin und noch mal unter die Dusche gehe. Das Wasser perlt an meinem Körper runter. Nach dem Duschen lege ich mich ins Bett und schlafe diesmal gleich ein. Sonntag morgen. Wache auf und kuschle mich wieder ein. Und schlafe wieder ein. Mein Handy meldet eine Nachricht. Ein Guten Morgen Gruß von Saskia. Schön. Den Sonntag vertrödele ich wieder, wie so oft. Wir schicken uns Nachrichten über Whats app zu.



  1. Kapitel

Montag, ich wache früh auf. Zu früh, mitten in der Nacht gefühlt. Ich verschicke diverse Guten Morgen Grüße, zum Glück geht der Arbeitstag schnell vorbei. Der Rest des Tages aber auch. Und wieder ist es Nacht. Schlafen? Tue ich schlecht bis gar nicht. Wache gerädert am Dienstag auf.

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