Freitag, 30. Januar 2026

Rückblick

Einen Titel habe ich noch nicht, ich bin mir auch nicht klar ob die Geschichte zu Ende Ende ist oder....?



Es ist spät am Abend. Auf dem Tisch steht eine leere Flasche Pernod. Dazu leere Cola Flaschen. Das Eis im Glas ist längst verschwunden.

Den ganzen Tag regnet es schon. Gewitter ziehen durch das Land. 

Warum hat sie bloß nur so viel getrunken?


10 Jahre!!!


10 Jahre ist es jetzt her. 10 Jahre, seit ihr falsches Leben vorbei war. Für immer.


Viel ist seitdem passiert. Viel hat sich getan. Nicht immer zum positiven. Leider auch zum schlechten.


Eigentlich hatte sie mit dem Trinken vor langer Zeit aufgehört. Seit sie immer wieder unter Depressionen leidet. Und nun fällt ihr das nichttrinken immer schwerer.


Sie geht in ihr Schlafzimmer und zieht sich aus. Im Badezimmer putzt sie ihre Zähne. Geht zurück ins Schlafzimmer, zieht ihr Nachthemd an, macht das Licht aus und legt sich schlafen.


Am nächsten Morgen..


Mit dickem Kopf wacht Laura auf..  oh Frau, denkt sie, hätt ich bloß nich so viel getrunken, selber schuld.


Im Bad duscht sie erstmal, putzt sich die Zähne und verteilt auf beiden Oberarmen sowie ihre Schultern ihre weiblichen Hormone. Seit 8 Jahren macht sie das jeden Morgen nach dem Aufstehen. Ihr ist übel vom gestrigen Saufen. Sie zieht sich an und geht erstmal eine Runde spazieren. Kopf frei kriegen. Der Regen hat aufgehört. Die Sonne scheint. Sie nimmt sich was zu trinken mit. Zum Glück ist in der Nähe ihrer Wohnung ein Wanderweg mit Bach. Sie verbringt gerne ihre Zeit dort, auch wenn sie runter kommen, abschalten möchte, wie aktuell von den negativen Nachrichten zu Trans Menschen. Ihr ist es zuviel das und wie berichtet wird. Das gab es vor 10 Jahren noch nicht. Auch nicht vor 3 Jahren. 

Wie fast immer, geht Laura bis zum blauen Haus, das seit langem leer steht und dreht dann um. Sie geht bis zur großen Wiese und setzt sich auf eine Bank. Nimmt erstmal einen Schluck aus der mitgebrachten Flasche.

Was war gestern los, den es nicht geglaubt. Bei diesen Gedanken wird ihr schlecht. Sie nimmt dies mal einen großen Schluck Milch aus der Flasche. Sie will vergessen, was drin stand. Zum x.ten Male. Immer wieder das gleiche. Es ist nicht zum aushalten und belastet sie sehr. Sie steht auf und geht weiter, bis zur Weide auf der 5 Rinder stehen und liegen, in aller Ruhe Gras fressen. Sie bleibt stehen und schaut dem treiben zu. 5 Minuten später geht sie nach Hause. Aus dem Kühlschrank holt sie sich was zu trinken und geht auf den Balkon. Dort ist es noch Kühler als draußen in der Sonne. Sie holt sich noch ein Buch und lenkt sich so erstmal ab. So vergeht es. Als es immer heisser wird, verzieht sie sich nach drinnen. Sie nimmt die Zeitungen der letzten Tage und setzt sich in ihren Sessel um sie zu lesen. Nach ein paar Minuten legt sie sie wieder zurück Seite. Zu viele negative Nachrichten. Seit drei Monaten geht sie nicht mehr zum Trans-Stammtisch. War ihr auf Dauer auch zuviel. Was andere erlebt haben konnte sie nicht mehr hören. Hat sie bisher nur Glück gehabt, das ihr schlimmeres bisher nicht passiert ist? Sie weiss es nicht. Kann es sich auch nicht erklären. Das schlimmste war wahrscheinlich das angespuckt werden. Zu Anfang wurde sie häufig ausgelacht. Aber irgendwann hat sie es nicht mehr mitbekommen und es wurde mit der Zeit immer weniger. Aber einfach war ihr Leben nicht. Ihre Kollegen auf der Arbeit haben es ihr nicht leicht gemacht. Es war immer ein Gefühl von 2 Welten in der sie lebt.  Die eine ist die Arbeit und die  andere ist ausserhalb. Ihr Gedankenkarussell kommt mal wieder in Gang. Das zu stoppen ist nicht immer einfach. Sie muss sich ablenken. Sie greift wieder zu ihrem Buch und liest bis es Zeit wird ins Bett zu gehen.


2 Wochen später 


Den ganzen Nachmittag hat sie in der Begegnungsstätte verbracht, wo sie seit einigen Jahren regelmäßig hingeht. Heute haben sie zu dritt gespielt. Eine Mitbesucherin hat gefragt ob sie mit spielen möchte. Und ob sie wollte. Sie nahm ihre Sachen und setzte sich zu ihr. An manchen Tagen spielt dann ihr Kopf verrückt, weil sie nicht versteht was da gerade passiert, wie andere sie wahrnehmen. Ist es ihnen egal? Sehen sie es nicht? Ein Widerspruch zu dem, was sie täglich in den sozialen Medien gelesen hat.

Einer, den sie nicht versteht. Am liebsten würde sie aufstehen und schreien  Warum sagt ihr nix? Seht ihr das denn nich? 

Und dann hält sie ihren Mund. Jetzt sitzt sie zu Hause in ihrem Sessel und in ihrem Kopf läuft ne Achterbahn ab. Furchtbar. Schreien möchte sie. Um runter zu kommen, zieht sie sich was über und geht nochmal raus. Obwohl es bereits dunkel zu werden beginnt. Egal. Sie genießt die klare Luft, atmet tief durch und geht zur Weide zu den Rindern. Dort bleibt sie stehen. Die Rinder liegen alle im Gras, einige haben Halme im Maul. Nach einer Weile geht sie zurück nach Hause. Zieht sich aus und duscht, bevor sie ins Bett geht.

Im Bett kreisen wieder ihre Gedanken.


Zurück zum Anfang. Ich hatte null Ahnung, was auf mich zukam. Was ich überhaupt machen sollte. 

Es ging einfach los und überrollte mich. Es war nicht mehr zu stoppen.


Ihr Zwangsouting in der Firma brachte sie wieder in die Tagesklinik. Das das keine so gute Idee war, wusste sie zu dem Zeitpunkt nicht. Das gute daran war, das sie als Frau hin ging. Und das war auf jeden fall eine gute Idee. Am Ende fand sie mit Hilfe der anderen Patienten ihren Vornamen. Und sie informierte sich, was auf sie zukommt. Und sie hatte eine Therapeutin gefunden und im Oktober den ersten Termin. Nun hieß es erstmal warten. 

Endlich schlief sie ein. Es wurde eine unruhige Nacht. 


Am nächsten Morgen wurde sie früh wach. Die Sonne schien direkt ins Schlafzimmer.

Was würde er bringen?


Ich fing mit Nagellack und Unterwäsche an. Ich hatte nur wenige Sachen, die weiblich waren. Musste mich komplett neu einkleiden. Hatte mich in der Vergangenheit immer wieder von meiner Kleidung getrennt. Und deshalb immer wieder neu anfangen.


Nix gutes kam in den sozialen Medien. Am liebsten würde sie alles löschen. Immer das gleiche. Hass und Hetze. Wenig positives. Ihr Blick fällt auf die angebrochene Flasche Pernod. Aber es ist zu früh. Oder?.... sollte sie ?...

Tränen fließen aus ihren Augen. Sie wischt sich die Tränen aus ihrem Gesicht, zieht sich an und verlässt ihre Wohnung. Sie geht zum Wanderweg. Zum Glück ist ihre Bank nicht belegt. Sie setzt sich. Lautes Vogelzwitschern ist zu hören. 


Was nun? Ich wusste es nicht. Das musste ich herausfinden. Ich nutzte das Internet und eine Suchmaschine. Es dauerte aber irgendwann wurde ich fündig. Auf der Seite eines Verbandes namens dgti. Dort wurde beschrieben was ich machen musste. Eine Therapeutin? Alltagstest? Transsexualität? Was bitte schön hat das ganze mit Sex zu tun? Fragen über Fragen, ganz schön verwirrend alles. Wo kriege ich eine Therapeutin her??  Ganz schön viel zu lesen auf dieser Homepage. Ein Forum gibt es auch.


Sie holt ihren Tolino aus der Tasche und fängt an zu lesen. So will sie sich ablenken. Ein amerikanischer Hardboiled Krimi aus den 80ern. Die Sonne scheint. Es ist kein Wind zu spüren. Nach ein paar Seiten gewinnen die Gedanken die Oberhand.


Ich werde nie verstehen warum man uns hasst. Warum diese Überfälle. Was ist vor 3 Jahren passiert. Damals war es so ruhig, in den sozialen Medien tauchte Trans fast so gut wie gar nicht auf. Von tv Dokus ganz zu schweigen. Und plötzlich alles voll, wird immer lauter ob Trans oder Feind, es wird immer mehr gehetzt, täglich inzwischen.


Sie steht auf, packt den Tolino in die Tasche und geht den Wanderweg hoch, Richtung Friedhof. Sie geht zügig, will sich so ablenken. Am blauen Haus bleibt sie stehen. Es tut sich was. Sie schaut sich um stellt Veränderungen fest. Es wird endlich gearbeitet, nach Abriss sieht es aber nicht aus. Sie geht weiter bis zum Friedhof. Im Bach fließt reichlich Wasser. Am Friedhof bleibt sie stehen, überlegt, was sie tun soll und geht zurück. Auf dem Rückweg passiert sie eine Weide, auf der 5 Rinder grasen, 2 liegen auf dem Boden. Wieder zuhause stellt sie sich erstmal unter die Dusche.


Wochen später

1 Kommentar:

  1. ich finde, es gibt keine Geschichte die je zu Ende erzählt ist, und sei es nur, dass das Ende der Beginn einer neuen (eines neuen) Geschichte/Kapitel ist,
    Zu deinem Text/ deinen Texten: Deine kurzen Andeutungen, machen mich immer neugierig.Was ist mit denm liegenden Rindern, den "Aussenseitern, "Abweichlern"? Welche Gefühle Gedanken erwecken die beobachtungen? Warum die sofortige Dusche? Um nur beim letzten Absatz zu bleiben. Einerseits fühle ich mich dadurch irgendwie alleinegelassen, andererseits, reizt es ja zu eigenen Gedanken., Kurzm ich würde mir mehr wünschen,mehr "inneres"nach aussen gebracht, weil ich bei eigenen geschriebenen Texten immer finde, dassich dadurch eine noch intensivere Verbindung zum Leser schaffe. Etwas von mir preisgebe, was Menschen immer noch neugieriger macht.
    Ganz kurz: Nöö die Geschihte ist nicht zu Ende... sie hat sicher noch mehr zu erzählen, erleben.

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Charlie

 Charlie Konzert Musik Jubel Klatschen Glücklich kommt sie wieder nach Hause. Seit 3 Jahren ist sie wieder regelmäßig auf Konzerten zu finde...