Dienstag, 10. Februar 2026

Rückkehr nach Hamburg

 

Gegenwart

Seit vielen Jahren bin ich wieder zu Hause. Das Wetter ist typisch Hamburg. Dicke Wolken, regnerisch. Ich fahre vom Bahnhof mit der U Bahn in die Hafencity und spaziere zu den Marco Polo Terrassen. Inzwischen ist alles voller Häuser. Die Elbe sehe ich kaum. Aber mein früheres Stamm Cafe. Es ist noch da.  Ich betrete es, bestelle wie früher einen großen Becher weisse Schokolade. Der Regen wird stärker. Erinnerungen kommen hoch. An eine Zeit in der es mir schlecht ging. So schlimm, das beinahe passiert wäre, was ich nie wollte. Eine Zeit in der ich diskriminiert und gemobbt wurde von Kolleginnen, mit denen ich Tag für Tag verbringen mußte.  Wegen denen ich meine Stundenzahl schließlich reduzieren mußte, weil ich es gesundheitlich nicht mehr schaffte 8 Stunden zu arbeiten.  Und weil ich keine Mehrarbeit mehr leisten konnte, war ich für sie unkollegial. Kolleginnen, die einfach nicht damit klar kamen, das ich plötzlich kein Kollege mehr war sondern eine Kollegin. Kolleginnen, die neue Anweisungen an mich nicht weitergaben.

Ich denke an meine damalige Betreuerin und Therapeutin. Wie geht es ihnen heute? Machen sie noch immer die gleiche Arbeit. Ihnen habe ich es zu verdanken, das ich nicht ganz abgestürzt bin. Immer wieder aufstehen konnte. Die mich gefördert und unterstützt haben. 


Rückblick

Meine blöden Kolleginnen wieder. Können nicht aufhören. Können einfach nicht akzeptieren, das ich eine Frau und kein Mann bin. Wieder haben sie eine Anweisung an mich nicht weitergegeben. Mich praktisch auflaufen haben lassen. Anstatt nach Hause zu fahren, mache ich mich auf dem Weg zum Hafen. Mit der U-Bahn Richtung Landungsbrücken. Dort nehme ich die Fähre nach Finkenwerder. Der Himmel ist stark bewölkt. Es ist windig. Trotzdem geh ich nach oben und lass mich kräftig durch wehen. Noch regnet es nicht. An der Station Dockland  steige ich aus und gehe zu dem Gebäude, das die Form eines Schiffes hat.  Nun stehe ich vor der Treppe und sehe die vielen Stufen. Soll ich da wirklich rauf? Hat mich das Haus angezogen? Ich war lange nicht hier. Ich gehe langsam hoch. Stufe für Stufe bis ganz nach oben. Oben angekommen, setze ich mich erst mal hin. Wieso bin ich hier? Ich habe mich wieder über meine Kolleginnen geärgert. Ist mein Fass jetzt über voll? Ich hab die Schnauze gestrichen voll. Ich will nicht mehr. Will da nur noch weg. Meine Gedanken rasen nur so in meinem Kopf. Alles negative kommt wieder hoch. Ich versuche meine Betreuerin anzurufen aber sie hat keine Zeit um ran zu gehen.. Auch bei meiner Therapeutin versuche ich es. Auch Fehlanzeige. Mist mist mist. Die Tränen fangen an zu kullern. Es werden immer mehr. Ich halte meine Hände vor`s Gesicht. Ich kann nicht mehr. Schreie laut, wo seid ihr?  Ich höre den „goldenen Reiter“. Wenn er fällt dann schreit er oder „Spring doch schon“, von Westernhagen. Im Grunde das völlig falsche momentan. Ich kann nicht anders. Schaffe es nicht meinen Notfallkoffer zu öffnen. Er ist zu weit weg von mir. Bilder laufen in meinem Kopf. Bilder aus der Vergangenheit. Der ganze Marathon-Lauf mit allem was ich durch gemacht habe. Was mir andere Menschen angetan haben. Was ich vor Ärzten, Gutachter und Behörden durch machen musste. Die Menschen, die in der Reha nicht mir duschen wollten oder neben mir auf der Toilette sitzen. Der Kampf um meinen Körper, mein Leben. Welche Menschen ich verloren habe. Irgendwann war ich alleine und einsam. Niemand wollte mehr was mit mir zu tun haben. Ich kam mir wie ein Monster vor. Ein Aussätziger. Jemand, mit der niemand was zu tun haben will. Schluss Aus. Es könnte schnell vorbei sein. Hier und jetzt. „Spring doch schon, tönt es in meinem ohr. „Spring doch schon, wer braucht dich noch“. Ja, wer? Mir fällt keiner ein. Also springen? Dann hätte ich meine Ruhe. Alles wäre vorbei. Endgültig.  

Ich weiß nicht, was ich tun soll und heule wieder. „Spring doch schon, du weißt es doch. Spring doch schon“. Hilfe. Ich will das nicht. Hilfe. Das soll aufhören. Hilfe. Es fängt an zu regnen. Ich bleibe sitzen. Ich werde nass und bleibe sitzen. Der Himmel und ich, beide weinen wir. Dann ist beides vorbei. Ich bin klatsch nass. Mir egal. Plötzlich kommt eine Frau auf mich zu.  Sie sind ja klatsch nass. Sie holen sich den Tod.  Ich darauf  „guter witz“ und fange an zu lachen.  Mein Handy klingelt. Meine Betreuerin. Endlich. Ich gehe ran. „Hallo. Wann hast du Zeit für mich? Ich habe Redebedarf - ein Notfall.  Mir ging es nicht so gut. Ich bin im Hafen“. Ich soll gleich kommen. „Vielen dank. Bis gleich“. Am Horizont sehe ich die Fähre schon kommen. Alles wird gut, denke ich.


Gegenwart

Langsam komme ich wieder zu mir. Die Schokolade ist kalt geworden. Ich hole mir eine neue. Ich starre aus dem Fenster. Es regnet immer noch. Wäre ich wirklich gesprungen frage ich mich in meinen Gedanken. Ich trinke einen Schluck. Heiß. Tränen kullern aus den Augen.


Der Himmel klärt auf. Ich nutze das aus und gehe wieder zur U Bahn...


ENDE


Was wäre wenn......   Es hätte auch anders ablaufen können aber das ist eine andere Geschichte.

Nur ein Traum?

 

Nur ein Traum?



Hatte ich nur geträumt? War es Wirklichkeit oder doch nur ein Traum?


Ich war noch ein Jugendlicher oder junger Erwachsener. Auf jeden Fall lange her.


Ich versuche sie jetzt aufzuschreiben. Sie hat etwas mit meiner Geschichte zu tun. Mit meinem richtigen „Ich“ bzw. „Körper und Seele“.



Wie es immer so ist, man geht ins Bett, früh oder spät und schläft irgendwann ein. Plötzlich geht ein Film los...


Eines morgens wache ich auf und merke ich bin anscheinend nicht alleine... Irgend etwas ist da. Aber was?

Langsam und vorsichtig steige ich aus dem Bett. Verlasse mein Schlafzimmer und gehe durch die Wohnung. Niemand zu sehen aber das Gefühl nicht alleine zu sein, das bleibt. Merkwürdig sage ich zu mir und suche weiter. Plötzlich in meinem Wohnzimmer. Irgendwas oder Irgendwer ist da. Da sehe ich eine Gestalt, die immer sichtbarer wird. Wer ist das? „Wer sind sie“, frage ich sie jetzt ganz laut.


Ich bin hier, um Dir einen Wunsch zu erfüllen!!“


Mir?“ „Ja, Dir“. Hm, ich wüßte da so einiges, geht es mir durch den Kopf.


Das meine ich alles nicht“


Oh, sie liest meine Gedanken.


Wovon sprechen Sie“, frage ich direkt?


Von Deinem geheimsten Wunsch!! Von Deinen Fragen, wer Du bist. Von Deinen Ängsten.“


Woher? Woher weiß sie das?


Ich weiß viel, spricht sie, Du wirst gleich wieder in Deinem Bett liegen und schlafen. Und wenn Du aufwachst, wird sich Dein Wunsch für 24 Stunden erfüllen. Nutze die Zeit gut, denn danach ist es wieder vorbei.


Für immer?“


Das liegt ganz an dir!!“

Puh, wovon redet Sie bloß?“


Ich liege im Bett und wache gerade auf. Komischer Traum denke ich. Eine Frau stand im Raum erzählte was von Wunsch erfüllen. Als ich aufstand und mich im Spiegel erblickte, erschrak ich. Im Spiegel sah ich eine Frau. Wie kann das sein? Ich bin doch ein Mann! Was geht hier vor? Was passiert mit mir? Moment!! Mir fiel ein, was die geheimnisvolle Frau sagte. Meinen geheimsten Wunsch wollte sie mir erfüllen??? Da kam es wieder aus mir heraus, was ich immer erfolgreich verdrängt hatte. Nicht zu wissen wer ich bin. Ob Mann oder Frau. Ich öffnete meinen Kleiderschrank und fand ihn voller Sachen für Frauen. Wo waren meine, fragte ich mich? Da ich mich ja anziehen musste wollte ich nicht nackt herumlaufen, stöberte ich den Schrank durch und suchte mir ein Kleid heraus, das mir gefiel. Die Frau sagte ja was von 24 Stunden Zeit. Und was dann? Ich wollte versuchen diese Zeit so gut wie möglich zu nutzen. Ich fand auch passende Unterwäsche. Zog mich an und betrachtete mich im Spiegel. Mir gefiel was ich sah. Irgendwie normal, nicht komisch, nicht schrecklich. Ich guckte nach passenden Schuhen, zog sie an und verließ meine Wohnung und ging nach draußen.

Es war warm und die Sonne schien. Ich ging zur U Bahn um in die Stadt zu fahren. Ich setzte mich in die Bahn und schaute mich um. Viele sahen mich aber niemand sagte was oder zeigte irgend einen Schrecken. Wie so lacht keiner? Ich bin verwirrt. In der Stadt angekommen, steige ich aus und verlasse den Bahnhof. Ich schlendere durch die Innenstadt. Überall das gleiche. Keiner macht mich an, als wenn ich schon immer eine Frau bin. Ein schöner Gedanke. Vielleicht ist es so in dieser Welt? Oder wo auch immer ich jetzt dank dieser Frau bin. Ich versuche mich dran zu gewöhnen, das es normal ist. Ich betrete ein Geschäft, nur mit Damenbekleidung. Schaue mich um. Auch hier, als sei es völlig normal, das ich reinkomme. Ich traue mich aber (noch) nicht, etwas anzuprobieren. Ich verlasse das Geschäft und gehe weiter. Da hinten ist ein großes Kaufhaus. Ich betrete es und fahre in Abteilung mit Damenbekleidung. Ganz schön groß das Stockwerk. Und was für eine Auswahl. Oh man! Ich kann mich gar nicht entscheiden wo ich zu erst lang gehen soll. Ich finde einige Kleider, die mir gefallen, ich nehme sie und gehe zur Umkleidekabine. Vorher einmal ein und ausatmen und los. Ich ziehe mich aus und probiere die Kleider an. Sie passen mir. Ich betrachte mich im Spiegel. Mir gefällt was ich sehe. Ich beschließe die Kleider zu kaufen. Ich ziehe sie aus und mich wieder an. Ich gehe zur Kasse und bezahle. Langsam bekomme ich Hunger. Ich verlasse das Kaufhaus und gehe die Straßen weiter hoch.

Ich sehe ein Restaurant, betrete es und suche mir einen guten Platz. Versuche mich zu entspannen. Ich lese die Speisekarte und suche mir etwas schönes aus. Jemand kommt und nimmt meine Bestellung auf. Ich atme erstmal tief durch. Mein Essen kommt zügig. Ich werde mit der Zeit ruhiger. Und lächle auch ein wenig. Die Bedienung war nett zu mir. Ich esse in Ruhe auf und geniesse den Moment. Ich könnte mich dran gewöhnen. Ich rufe die Bedienung um zu bezahlen und verlasse das Restaurant wieder. Ich schlendere weiter durch die Strassen, komme an einen See und setze mich auf eine Bank. Ich schaue zur Uhr und mir kommt in den Sinn das es nach 24 Stunden vorbei sei. Nur was vorbei?, frage ich mich. Und was fange ich jetzt an?, frage ich mich. Ich spaziere den See entlang. Ich bemerke die Blicke einiger Männer. Was mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Aber es verunsichert mich irgendwie auch wieder. Ich gehe zur nächsten Bahn und fahre nach Hause. Irgendwas.... irgendwas is anders, nich richtig?.. ich bin ratlos.. Mir fällt nichts ein. Mein Blick fällt auf die Uhr. 17.00 Uhr. Läuft mir die Zeit davon? Was passiert ,wenn sie abgelaufen ist? Was mache ich jetzt nur? Was fange ich mit der Zeit an? Ich verlasse meine Wohnung wieder. Fahre erstmal wieder mit der Bahn. Zum Hauptbahnhof. Esse und trinke dort etwas. Setze mich hin und beobachte die Menschen besonders die Frauen schaue ich mir an. Ich fühle Unruhe in mir aufkommen. Gehe ziellos hin und her. Die Unruhe will einfach nicht weichen. Ich beschließe ins Kino zu gehen. Aber das hilft mir auch nicht. Ich kann mich nicht auf den Film konzentrieren und ca. nach einer Stunde verlasse ich das Kino wieder. Es ist jetzt 20.00 Uhr. Nach Hause schlafen? Oder durch machen bis morgen früh? Ich weiß es nicht. Ich gehe was trinken. Ein Glas und noch eins. Bevor ich zuviel trinke mache ich mich auf dem Heimweg und bin gegen 22.00 Uhr zu Hause. Müde falle ich ins Bett.


Der Radiowecker geht an. Ich schrecke auf und falle wieder zurück. Immer noch müde stehe ich auf. Im Spiegel sehe ich mich. Einen jungen Mann. Oh man, was hab ich da bloß geträumt? Ich war eine Frau oder? Nee zu erst war eine Frau in meiner Wohnung und ich ein Mann und dann war ich eine Frau. Oh man! Hab ich gestern zuviel getrunken?



ENDE



Nachwort


War es ein Traum? Oder mein Unterbewußtsein? Waren es Zeichen?


Egal was es war, ich hab nicht drauf geachtet und auch nicht drauf gehört. Habe mich weiterhin selbst verleugnet. Bis meine Seele mir Depressionen geschickt hat. Die wohl immer schwerer geworden wären, hätte ich immer noch nicht gehört. So sehe ich das heute. Nach 4 Jahren Weg meiner Transition. Vom Mann zur Frau. Von xxxx zu Alexandra. Es war nicht leicht, es war ein langer steiniger Weg. Aber er hat sich gelohnt.


Postkartenliebe

 Postkartenliebe


Wie hat das bloß angefangen? Mit Postkarten hatte ich eigentlich wenig am Hut. Lagen irgendwo in einer Schublade rum. Und plötzlich? Schaue ich bei jeder Gelegenheit nach Postkarten. ich schaue immer nach Motiven mit Lesenden und alles was irgendwie mit Büchern und Literatur zu tun hat. ich stoße immer wieder auf neue Postkarten.


Ne, eigentlich nahm alles seinen Anfang, als ich anfing, bei der ASP an Ausflügen teil zu nehmen, die mich nach langer Zeit wieder in Museen führten. Das hatte mir Spaß gemacht. Wir schauten uns nicht nur die Bilder an, sondern sprachen auch darüber, schauten uns gemeinsam eins an.

Irgendwann wollte ich in meiner Wohnung Sachen, Dinge, die mit Literatur zu tun haben. Irgendwann stieß ich auf diese Postkartenmotive „Lesende Frauen“. So kam eine zur anderen.


So auch dieses mal. ich verließ meine Wohnung um in die Stadt zu fahren um die Museums Shops meiner Stadt zu besuchen. ich musste einfach raus. Konnte nicht alleine sein. ich packte meine neue Tasche und ging zur Bahn.

Und fuhr zum Hauptbahnhof. Als erstes besuchte ich das Museum für Kunst und Gewerbe. ich finde diese Shops einfach toll und bin gerne dort. Diese sieht nicht nur so aus wie eine Buchhandlung, es ist eine, wie ich das letzte Mal erfahren durfte. Einfach klasse. Ohne Störungen kam ich an und betrat die Buchhandlung. Es sind nicht viele Kunden anwesend. ich gehe auf die Ständer mit den Postkarten zu. Schaue mir alle an. Werde auch fündig und überlege erst mal ob ich sie schon habe oder nicht. ich nehme sie erst mal in meine Hand. Und gehe von einem Ständer zum anderen. Am Ende habe ich 4 neue Postkarten in meiner Hand. ich gehe weiter in den Laden und schaue mir die anderen tollen Sachen an. Als ich durch bin, gehe ich zur Kasse und bezahle meine Postkarten. Dann geht es weiter zur nächsten Station. Zum Rathaus, dort neben an ist das Bucerius Kunst Forum.


Zurück zur Bahn und bis zur Station Rathaus fahre ich. Dort steige ich aus und bin schnell im nächsten Museum. Auch dort sehe ich wieder schöne Postkarten. Aber dieses Mal ist nichts für mich dabei. Schade oder zum Glück, kann ich mich nicht entscheiden. Und gehe zu Fuß zu meiner dritten Station. Rechts an der Binnenalster gehe ich direkt zur Kunsthalle. Dort angekommen werde ich nett begrüßt. Die eine Verkäuferin erkennt mich wieder von meinen vorherigen Besuchen. ich höre wieder Vögel zwitschern. Schön. Beim ersten Mal habe ich nach Vögeln geschaut, bis mir die Verkäuferin erzählt hat, woher das Zwitschern kommt. Oh man, ich Blondie! Was es alles gibt. Beim Anschauen der Postkarten entdecke ich jede Menge neue, auch ein paar mit Buchmotiven. Die einen habe ich bereits, andere nicht. Juhu! Mein Sammlerherz freut sich. ich bezahlte und fuhr wieder heim. Zu Hause angekommen, hole ich erst Mal meine Sammlung raus, machte den PC an und öffnete eine Word Datei. ich wollte aufschreiben, was für Postkarten ich habe um beim nächsten Mal vergleichen zu können und keine doppelten zu erwischen. Danach suchte ich auf Thalia.de nach Postkartenalben, wurde fündig und bestellte. In ein paar Tagen sollte ich es abholen können.


Jede Menge Platz für neue Postkarten....


Der lange Weg zum Glück

Mit dieser Geschichte hatte ich 2019 an einem Schreibwettbewerb teilgenommen


Der lange Weg zum Glück

Ein halbes Jahr nach ihrer Hochzeit sitzen Alexa und Marlene in ihrem gemeinsamen Wohnzimmer. Sie reden darüber, wie alles angefangen hat, was sie durchgemacht haben, bis endlich der große Tag gekommen war.

Es begann vor 2 Jahren. Alexa hatte gerade den Weg zu sich selbst begonnen. Nahm bereits Hormone und wartete auf ihre OP. Sie war alleine, denn diverse Freundschaften waren kaputt gegangen, weil niemand sie verstand. Eine Partnerin zu finden, fiel ihr sehr schwer. Sie hatte bereits diverse Aufenthalte in Kliniken hinter sich. War mal leicht, mal schwer depressiv. Sie schlenderte in Hamburg durch die Spitaler Straße. Ihr kam eine Frau entgegen. Alexa stutzte, blieb stehen und drehte sich um. Hm, sagte sie zu sich. Kenne ich die Frau? Und ging weiter. Betrat die Buchhandlung, blieb erst mal stehen und dachte wieder nach, kenne ich diese Frau oder nicht? Und wenn ja, woher? Sie ging weiter rein zu den Krimis. Ihre Gedanken waren aber bei dieser Frau. Sie ging ziellos durch die Buchhandlung, schaute nach rechts und links aber ihre Gedanken waren irgendwo. Sie beschloss nach Hause zu fahren.

3 Tage später musste sie wieder in die Stadt, zur Bank. Auf dem Weg dahin, kam ihr wieder diese Frau entgegen. Wieder stutzte Alexa, wusste nicht so recht ob und woher sie diese Frau kannte. Beide gingen sie aneinander vorbei. Auf dem Nachhauseweg grübelte und grübelte sie. Der Groschen fiel aber nicht. Ob sie mich wohl erkannt hat, grübelte sie.

4 Wochen später, Alexa war wieder in der Stadt, saß in ihrem Lieblingscafe in der Hafencity. Hatte einen Becher mit ihrer Lieblingsschokolade vor sich, schaute durch das Cafe, schaute gerade auf den Eingang, wo in diesem Moment eine Frau hereinkam. Sie traf der Schlag. Sie verschluckte sich und vergoß ihre Schokolade fast über ihr neues Kleid. Ob aller guten Dinge wirklich drei sind, fiel es ihr ein? Sie stand auf und ging direkt zu ihr hin. Jetzt oder nie, dachte sie. Sie sagte Hallo zu ihr, sie kennen sich von irgendwo her, sie wisse nur nicht woher. Die Frau sagte, das sie Marlene hieße und sie wäre ihr auch schon aufgefallen und überlegte woher sie sie kannte. Sie holte sich einen Kaffee und beide setzten sich an Alexas Tisch. Sie stellten sich vor und langsam fingen die Groschen zu fallen.... Marlene?? Die Marlene?? Ja, sagt sie aber du sahst damals irgendwie anders aus oder?? Ja stimmt. Ich sah damals aus wie ein Junge. War aber schon immer irgendwie ein Mädchen. Stimmt, jaaa, jetzt fällt es mir ein. Wie lang ist das her? Zu lange sagt Alexa. Marlene stimmt ihr zu. Alexa erzählte ihr warum sie heute eine Frau sei bzw. schon immer eine war. Weißt Du noch, Marlene damals, das mit uns? Ja, Alexa das weiß ich noch. Hab dich nie vergessen und immer wieder an Dich gedacht. Ich auch an Dich. Marlene staunte und staunte, je länger Alexa erzählte Auch das sie Single sei, erzählte sie. Und was ist mit dir? Fragte sie Marlene. Ich bin zwar nicht verheiratet, lebe aber mit einem Typen zusammen, wo ich gerade überlege, ob ich mich nicht lieber von ihm trennen soll. Lieber heute als morgen, sagt sie noch. Sie quatschten über diesen und andere Männer. Tauschten ihre Handynummmern aus, da Alexa noch eine Verabredung hatte. Abends als sie bereits im Bett lag, kam eine Nachricht von Marlene. Hab mich sehr gefreut dich wiederzusehen. Wann wiederholen wir das? Alexa schläft lächelnd ein. Am nächsten morgen wachte sie auf und antwortete ihr: Am liebsten so schnell wie möglich. Leider musste sie zur Arbeit. Samstag Nachmittag trafen sie sich regelmäßig im Cafe. Einen Samstag passierte es dann. Marlene näherte sich Alexa, nahm ihren ganzen Mut und gab ihr einen Kuss auf den Mund. Alexa war total überrascht. Sie strahlten beide übers ganze Gesicht. Sie küssten sich wieder und wieder. Spazierten stundenlang Hand in Hand durch den Hamburger Hafen. Bis sie sich trennen mussten. Sie verabschiedeten sich bis zum nächsten mal. Drei Tage später schrieb Marlene ihr eine Mail. Kann mich nicht entscheiden was ich machen soll, dich oder ihn. Alexa bekam einen Schreck. Panik befiel sie, Tränen liefen ihr über das Gesicht. Was nun? War schon alles wieder vorbei? Wie so oft? Wieder alleine?? Am Samstag trafen sie sich wieder. Alexa nahm Marlene in die Arme und sagte ihr leise, das sie nicht mir ihr spielen soll. Sie liebe sie. Sie doch auch, sagte Marlene leise. Sie stehe irgendwie zwischen Euch beiden, sagte sie noch. Und dann noch... Ja?? Liebe ich einen Mann und eine Frau... Damals warst Du ein Junge, heute eine Frau und ich liebe dich, egal was du äußerlich bist. Dann lass uns zusammenbleiben, sagte Alexa zu ihr. Sie kann nicht, sagte sie und ging... Warum nicht, frage ich mich? Mir laufen die Tränen übers Gesicht. Sie fuhr nach Hause und schmiss sich auf ihr Bett. Weinte und weinte. Einige Tage später bekam sie eine Nachricht von Marlene, das sie eine Pause braucht. Sie müsse drüber nachdenken was sie will, ob und wie es mit ihnen beiden weitergehen soll. Alexa drehte in ihrer Wohnung durch, schmiss Sachen durch die Zimmer, schrie laut und wütend. Sie ließ den Akku ihres Handy leerlaufen. Ist dadurch erst einmal für niemanden mehr zur erreichen. Ging nirgendwo hin.

Wochen und Wochen vergingen. Keine Nachrichten von Marlene für Alexa. Sie versuchte sie zu vergessen, was ihr aber nicht gelang. Es ging ihr immer schlechter. Sie versuchte sich abzulenken. Was ihr aber misslang. Es sollte nicht sein. Die Liebe ihres Lebens, die richtige Frau, die einzige, die zu akzeptieren schien, das sie eine Transfrau sei. Und keine (Bio-)Frau. Der es egal war, das da unten was war. Was aber bald weg kam. Und trotzdem stand sie alleine da. Wie immer in ihrem Leben.

Die Tage gingen und kamen. Es ging ihr wieder einigermaßen besser. Langsam ging es vorwärts.

Der Tag der OP kam. Sie ging ins Krankenhaus und schickte Marlene eine Nachricht. Es ging alles gut und 2 Wochen später kam sie wieder nach Hause. Als sie die Tür öffnete traf sie fast der Schlag. Überall hingen Luftballons und Schlangen und ein Willkommen zurück Alexa Schild. Ihre Eltern warteten und ? Oh eine Überraschung. Da stand noch jemand. Eine mit der sie überhaupt nicht gerechnet hatte. Marlene. Sie fing an zu stottern.. Was machst du hier?? Sie fielen sich in die Arme. Marlene hatte es nicht mehr ausgehalten. Hatte inzwischen ihren Freund verlassen. Hatte, als sie Alexas Nachricht bekam, mit Alexas Eltern Kontakt aufgenommen und ihnen vorgeschlagen, diese Überraschung vorzubereiten. Seitdem schlief sie hier schon. Ich will nur dich, dich dich, sagten beide gleichzeitig. Alexas Eltern verließen ganz leise die Wohnung. Nun waren sie beide zusammen.

Marlene zog bei Alexa ein. Auch wenn beide von vielen nicht akzeptiert wurden, weil Marlene ihren Mann für eine Frau, die mal ein Mann war, verlassen hatte, gingen sie Hand in Hand durch die Stadt und ihre Straßen und hielten zusammen.


Einige Monate später läuteten die Hochzeitsglocken!!


ENDE

Rückkehr nach Hamburg

  Gegenwart Seit vielen Jahren bin ich wieder zu Hause. Das Wetter ist typisch Hamburg. Dicke Wolken, regnerisch. Ich fahre vom Bahnhof mit ...