Mit dieser Geschichte hatte ich 2019 an einem Schreibwettbewerb teilgenommen
Der lange Weg zum Glück
Ein halbes Jahr nach ihrer Hochzeit sitzen Alexa und Marlene in ihrem gemeinsamen Wohnzimmer. Sie reden darüber, wie alles angefangen hat, was sie durchgemacht haben, bis endlich der große Tag gekommen war.
Es begann vor 2 Jahren. Alexa hatte gerade den Weg zu sich selbst begonnen. Nahm bereits Hormone und wartete auf ihre OP. Sie war alleine, denn diverse Freundschaften waren kaputt gegangen, weil niemand sie verstand. Eine Partnerin zu finden, fiel ihr sehr schwer. Sie hatte bereits diverse Aufenthalte in Kliniken hinter sich. War mal leicht, mal schwer depressiv. Sie schlenderte in Hamburg durch die Spitaler Straße. Ihr kam eine Frau entgegen. Alexa stutzte, blieb stehen und drehte sich um. Hm, sagte sie zu sich. Kenne ich die Frau? Und ging weiter. Betrat die Buchhandlung, blieb erst mal stehen und dachte wieder nach, kenne ich diese Frau oder nicht? Und wenn ja, woher? Sie ging weiter rein zu den Krimis. Ihre Gedanken waren aber bei dieser Frau. Sie ging ziellos durch die Buchhandlung, schaute nach rechts und links aber ihre Gedanken waren irgendwo. Sie beschloss nach Hause zu fahren.
3 Tage später musste sie wieder in die Stadt, zur Bank. Auf dem Weg dahin, kam ihr wieder diese Frau entgegen. Wieder stutzte Alexa, wusste nicht so recht ob und woher sie diese Frau kannte. Beide gingen sie aneinander vorbei. Auf dem Nachhauseweg grübelte und grübelte sie. Der Groschen fiel aber nicht. Ob sie mich wohl erkannt hat, grübelte sie.
4 Wochen später, Alexa war wieder in der Stadt, saß in ihrem Lieblingscafe in der Hafencity. Hatte einen Becher mit ihrer Lieblingsschokolade vor sich, schaute durch das Cafe, schaute gerade auf den Eingang, wo in diesem Moment eine Frau hereinkam. Sie traf der Schlag. Sie verschluckte sich und vergoß ihre Schokolade fast über ihr neues Kleid. Ob aller guten Dinge wirklich drei sind, fiel es ihr ein? Sie stand auf und ging direkt zu ihr hin. Jetzt oder nie, dachte sie. Sie sagte Hallo zu ihr, sie kennen sich von irgendwo her, sie wisse nur nicht woher. Die Frau sagte, das sie Marlene hieße und sie wäre ihr auch schon aufgefallen und überlegte woher sie sie kannte. Sie holte sich einen Kaffee und beide setzten sich an Alexas Tisch. Sie stellten sich vor und langsam fingen die Groschen zu fallen.... Marlene?? Die Marlene?? Ja, sagt sie aber du sahst damals irgendwie anders aus oder?? Ja stimmt. Ich sah damals aus wie ein Junge. War aber schon immer irgendwie ein Mädchen. Stimmt, jaaa, jetzt fällt es mir ein. Wie lang ist das her? Zu lange sagt Alexa. Marlene stimmt ihr zu. Alexa erzählte ihr warum sie heute eine Frau sei bzw. schon immer eine war. Weißt Du noch, Marlene damals, das mit uns? Ja, Alexa das weiß ich noch. Hab dich nie vergessen und immer wieder an Dich gedacht. Ich auch an Dich. Marlene staunte und staunte, je länger Alexa erzählte Auch das sie Single sei, erzählte sie. Und was ist mit dir? Fragte sie Marlene. Ich bin zwar nicht verheiratet, lebe aber mit einem Typen zusammen, wo ich gerade überlege, ob ich mich nicht lieber von ihm trennen soll. Lieber heute als morgen, sagt sie noch. Sie quatschten über diesen und andere Männer. Tauschten ihre Handynummmern aus, da Alexa noch eine Verabredung hatte. Abends als sie bereits im Bett lag, kam eine Nachricht von Marlene. Hab mich sehr gefreut dich wiederzusehen. Wann wiederholen wir das? Alexa schläft lächelnd ein. Am nächsten morgen wachte sie auf und antwortete ihr: Am liebsten so schnell wie möglich. Leider musste sie zur Arbeit. Samstag Nachmittag trafen sie sich regelmäßig im Cafe. Einen Samstag passierte es dann. Marlene näherte sich Alexa, nahm ihren ganzen Mut und gab ihr einen Kuss auf den Mund. Alexa war total überrascht. Sie strahlten beide übers ganze Gesicht. Sie küssten sich wieder und wieder. Spazierten stundenlang Hand in Hand durch den Hamburger Hafen. Bis sie sich trennen mussten. Sie verabschiedeten sich bis zum nächsten mal. Drei Tage später schrieb Marlene ihr eine Mail. Kann mich nicht entscheiden was ich machen soll, dich oder ihn. Alexa bekam einen Schreck. Panik befiel sie, Tränen liefen ihr über das Gesicht. Was nun? War schon alles wieder vorbei? Wie so oft? Wieder alleine?? Am Samstag trafen sie sich wieder. Alexa nahm Marlene in die Arme und sagte ihr leise, das sie nicht mir ihr spielen soll. Sie liebe sie. Sie doch auch, sagte Marlene leise. Sie stehe irgendwie zwischen Euch beiden, sagte sie noch. Und dann noch... Ja?? Liebe ich einen Mann und eine Frau... Damals warst Du ein Junge, heute eine Frau und ich liebe dich, egal was du äußerlich bist. Dann lass uns zusammenbleiben, sagte Alexa zu ihr. Sie kann nicht, sagte sie und ging... Warum nicht, frage ich mich? Mir laufen die Tränen übers Gesicht. Sie fuhr nach Hause und schmiss sich auf ihr Bett. Weinte und weinte. Einige Tage später bekam sie eine Nachricht von Marlene, das sie eine Pause braucht. Sie müsse drüber nachdenken was sie will, ob und wie es mit ihnen beiden weitergehen soll. Alexa drehte in ihrer Wohnung durch, schmiss Sachen durch die Zimmer, schrie laut und wütend. Sie ließ den Akku ihres Handy leerlaufen. Ist dadurch erst einmal für niemanden mehr zur erreichen. Ging nirgendwo hin.
Wochen und Wochen vergingen. Keine Nachrichten von Marlene für Alexa. Sie versuchte sie zu vergessen, was ihr aber nicht gelang. Es ging ihr immer schlechter. Sie versuchte sich abzulenken. Was ihr aber misslang. Es sollte nicht sein. Die Liebe ihres Lebens, die richtige Frau, die einzige, die zu akzeptieren schien, das sie eine Transfrau sei. Und keine (Bio-)Frau. Der es egal war, das da unten was war. Was aber bald weg kam. Und trotzdem stand sie alleine da. Wie immer in ihrem Leben.
Die Tage gingen und kamen. Es ging ihr wieder einigermaßen besser. Langsam ging es vorwärts.
Der Tag der OP kam. Sie ging ins Krankenhaus und schickte Marlene eine Nachricht. Es ging alles gut und 2 Wochen später kam sie wieder nach Hause. Als sie die Tür öffnete traf sie fast der Schlag. Überall hingen Luftballons und Schlangen und ein Willkommen zurück Alexa Schild. Ihre Eltern warteten und ? Oh eine Überraschung. Da stand noch jemand. Eine mit der sie überhaupt nicht gerechnet hatte. Marlene. Sie fing an zu stottern.. Was machst du hier?? Sie fielen sich in die Arme. Marlene hatte es nicht mehr ausgehalten. Hatte inzwischen ihren Freund verlassen. Hatte, als sie Alexas Nachricht bekam, mit Alexas Eltern Kontakt aufgenommen und ihnen vorgeschlagen, diese Überraschung vorzubereiten. Seitdem schlief sie hier schon. Ich will nur dich, dich dich, sagten beide gleichzeitig. Alexas Eltern verließen ganz leise die Wohnung. Nun waren sie beide zusammen.
Marlene zog bei Alexa ein. Auch wenn beide von vielen nicht akzeptiert wurden, weil Marlene ihren Mann für eine Frau, die mal ein Mann war, verlassen hatte, gingen sie Hand in Hand durch die Stadt und ihre Straßen und hielten zusammen.
Einige Monate später läuteten die Hochzeitsglocken!!
ENDE
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