Sonntag, 7. Juni 2026

Der Tag vor ihrer Operation

Alexa wird operiert


Der Tag vor der Operation


Angst?


Alexa und und ihre Betreuerin sitzen in einem kleinen Raum im Sozialtreff. Nachdem sie mit vielen anderen Klienten und Betreuern zusammen gefrühstückt haben, ziehen die beiden sich zurück.


Montag Vormittag im Juni. Alexa hatte bereits am Wochenende ihre Tasche für das Krankenhaus gepackt. Alles besorgt, was ihr für den Aufenthalt gefehlt hat. Sie hofft, das sie in 2 Wochen wieder zuhause ist. Vor Aufregung hat sie kaum schlafen können, fühlt sich etwas gerädert, als sie morgens gegen 8 Uhr aufwacht. Nervös ist sie und aufgeregt. Heute nachmittag soll sie zur Anmeldung im Krankenhaus sein. Das UKE in Hamburg hat sie sich ausgesucht. Alle anderen sind ihr zu weit weg. Niemand könnte sie dort besuchen. Und sie selber hat es nicht so weit bis zum UKE. In ca. einer Stunde ist man bereits mit der U-Bahn dort. Müde steht sie auf und wankt ins Badezimmer, Sie stellt sich unter die Dusche. Anschließend rasiert sie sich und putzt ihre Zähne. Anschließend packt sie alles was sie dafür benötigt in ihre Tasche. Ganz schön schwer ist die Tasche, stellt sie fest. Mist, ruft sie laut! Sie geht zurück ins Schlafzimmer um sich anzuziehen. Danach kontrolliert sie ihre Wohnung (PC, Fernseher, Lampen) ob auch alles aus ist. Nach dem sie das erledigt hat, greift sich ihre Tasche, Haustürschlüssel und verläßt die Wohnung. Sie geht nur nahen U-Bahn Haltestelle und fährt zum Sozialtreff. Die Zeit bis zur Fahrt zum UKE möchte sie dort verbringen.


Ob ich Angst habe? Fragt mich meine Betreuerin gerade. „ Nein überhaupt nicht. Nervös und aufgeregt ja, aber nicht ängstlich. Warum auch? Ich schlafe doch während der Op“

Sie reden über die bevorstehende Operation. Alexa erzählt über den Animierten Film, den sie im Internet gefunden hatte. Er zeigt, wie die OP abläuft. Wie aus einem Penis eine Vagina wird. War nicht leicht, sich das anzusehen. Ziemlich heftig sogar. Aber damals sagte sie sich, egal wie schwer es wird, sie schläft die ganze Zeit, bekommt von alldem nichts mit. Steffi hätte Alexa gerne zum UKE gefahren aber sie muss im Sozialtreff bleiben. Sie ist mit „Sozialberatung“ dran. Schade, denkt Alexa sich. Sie quatschen über Gott und die Welt. Alexa erzählt von ihrem Vorgespräch, das vor 9 Monaten stattgefunden hat. Auch wenn sie es ganz anders gefühlt hat, ging die Zeit doch ganz schön schnell rum. Eben noch zum Vorgespräch im UKE, fährt sie heute wieder hin um am nächsten Tag operiert zu werden. Die Wartezeiten waren für mich das schlimmste an dem ganzen, sagt Alexa. Während Steffi sich einen Kaffee holt, geht Alexa noch einmal auf die Toilette. Zurück in dem kleinen Raum. Betreuerin fragt Alexa, wann sie los muss. „Spätestens um 13.00 Uhr“ antwortet Alexa. Beide schauen zur Uhr, die über der Tür hängt. 12.48 Uhr „Ups“ rufen beide. „Du musst gleich los“, sagt Betreuerin „Stimmt“, hätte ich jetzt beinahe vergessen“. „Das wärs, wenn ich zu spät kommen würde.“ Alexa steht auf, verabschiedet sich von ihrer Betreuerin. Beinahe hätte sie ihre Tasche vergessen. Beide gehen sie zur Tür. „Melde dich nach der OP“, sagt sie zum Abschied. „Na klar, Steffi, mache ich“. Alexa verläßt den Treff und macht sich auf dem Weg zur U-Bahn. Sie hat Glück. Angekommen, fährt gerade eine Bahn rein und sie kann gleich vorne einsteigen. Sie fährt bis Schlump und steigt in die U3 um. Mit der fährt sie bis Kellinghusenstrasse. Bepackt mit ihren Taschen geht sie zur Bushaltestelle. Wieder Glück. In ein paar Minuten kommt der nächste Bus. Alexa steigt ein und bleibt dicht an der Tür. Sind nur ein paar Stationen und schon verläßt sie den Bus wieder. Direkt vorm Eingang des UKE. Ein paar Minuten später und sie steht an der Anmeldung. Sie bekommt ne Flasche Wasser in die Hand gedrückt. „Wenn sie leer ist und sie noch nicht müssen, bekommen sie eine neue. Sagen sie bitte bescheid, wenn sie müssen.“ „Ok“ antwortet sie und setzt sich auf den nächsten freien Stuhl. Die Taschen stellt sie neben sich hin und fängt an zu trinken. Zum Glück hatte sie ja schon im Sozialtreff etwas getrunken. Dadurch muss sie prompt zur Toilette. Sie geht zur Arzthelferin, bekommt eine Flasche und geht damit zur Toilette. Die volle Flasche gibt sie zurück und darf nach oben in den 3. Stock, wo sich ihr Zimmer für die nächsten Tage befindet. Auf der Station wird sie schon erwartet. Sie bekommt ihr Zimmer gezeigt, stellt ihre Taschen erstmal hin. Die Stationsschwester geht mit ihr anschließend über die Flure zu einem Raum, in dem sie gewogen wird. Zurück im Zimmer setzt sich Alexa erstmal auf das Bett. Die Tür geht wieder auf und die Schwester stellt ihr eine große Kanne mit einer Flüssigkeit hin. „Bitte austrinken“.“Sieht das eklig aus“, denkt Alexa. Schmeckt auch so. Am liebsten würde sie den Rest ins nächste Klo schütten. Alexa fängt an zu trinken, will es so schnell wie möglich hinter sich bringen . Während dessen packt sie ihre Tasche aus, räumt die Kleidung in die Schränke. Toilettenartikel bringt sie ins Bad. Auch Handtücher. Dabei sieht sie, das dort bereits Handtücher hängen. Wunderbar, denkt sie, dann kann ich die erst mal benutzen, anstatt meine eigenen. Die leere Tasche verstaut sie oben im Schrank. Um 17.00 Uhr wird Abendbrot auf die Zimmer gebracht. Nur Alexa bekommt nichts. Sie darf erst nach der OP wieder etwas essen. Sie darf nüchtern bleiben. Alexa greift zum Handy und schreibt Chrissi eine Nachricht, das sie im Krankenhaus auf ihrem Zimmer ist und diese eklige Flüssigkeit trinken darf. Bald kommt Antwort. „Viel Spaß beim Austrinken. Alles Gute für morgen“. „Vielen Dank, wird schon schiefgehen“ schreibt Alexa zurück. Sie legt sich aufs Bett, verschränkt die Arme hinter ihrem Kopf.


Ihre Gedanken kreisen zurück. Vor einem Jahr war an die OP noch gar nicht zu denken. Sie hat gerade ihr erstes Gespräch bei der Gutachterin hinter sich, um ihren Vornamen ändern zu lassen. Wartet auf den 2. Termin. Der soll im September stattfinden. Das Gespräch hat fast 2 Stunden gedauert. Die Gutachterin hat viel gefragt, sie hat viel geredet. Am Schluss hat sie Alexa gesagt, das es eindeutig ist. Alexa hat sich sehr darüber gefreut. Bis zum 2. Gutachergespräch schreibt sie ihre Krankenkasse an. Sie möchte wissen, was sie alles für ihren Antrag auf die GaOp benötigt. Die Krankenkasse schreibt sie, das sie unter anderem ein Vorgespräch mit dem Op Arzt oder Ärztin benötigt. Die nächsten Wochen beschäftigt sie sich mit den benötigten Unterlagen. Sie informiert sich, wer in Hamburg solche Ops anbietet. Die beste Adresse scheint das Universitätsklinikum zu sein. Sie sucht im Internet Adresse und Telefonnummer heraus und ruft am nächsten Tag an. Einen Termin erhält sie im September. Kurz überlegt sie Gutachtergespräch und das Vorgespräch am selben Tag zu machen. Aber sie verwirft das gleich wieder, da sie nicht weiß, wie lange die Gespräche dauern. Könnte sonst Terminprobleme geben.

Während ihre Gedanken zurückschweifen, kommt die Abendschicht rein, fragt ob alles in Ordnung ist und teilt ihr mit, das sie morgen ca 7 Uhr abgeholt wird. Ob sie schlafen kann? Sie zieht sich um, geht ins Bad um sich zu waschen und die Zähne zu putzen. Anschließend holt sie ihr Nachthemd aus dem Schrank. Macht das Licht aus und schlüpft unter die Bettdecke. Ob morgen alles gut geht? Mit dieser Frage schläft sie ein. Das die Nachtschwester reinschaut bekommt sie nicht mit.




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